Hamburger Klimakongress

Klimaexperten fordern Beibehaltung der Ökosteuer

Auf einer dreitägigen Klima-Konferenz im Geomatikum der Universität Hamburg trafen sich am vergangenen Wochen Wissenschaftler und Vertreter von Wirtschaft und Politik zum Erfahrungsaustausch. Sie forderten neben der Fortführung der Ökosteuer auch ein Umdenken in der Verkehrspolitik.

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Hamburg (red) - Der Präsident des Wuppertaler Instituts für Klima, Umwelt und Energie, Peter Hennicke, hat auf dem 2. Hamburger Klimakongress des BUND und des Wuppertal Instituts am vergangenen Wochenende die Verschwendung natürlicher Ressourcen angemahnt und dazu aufgefordert, über neue Formen von Mobilität nachzudenken. "Die Tragfähigkeit der Erdatmosphäre ist erschöpft, wir müssen schnell handeln", sagte auch Professor Hartmut Graßl vom Hamburger Max-Planck-Institut.

Graßl warb gleichzeitig dafür, die Ökosteuer in Deutschland beizubehalten und weiterzuentwickeln. Zusammen mit den insgesamt steigenden Kraftstoffpreisen sei sie die Ursache dafür, dass der Autoverkehr hierzulande seit wenigen Jahren nicht mehr weiter ansteige. "Die Ökosteuer greift", so der Klimaforscher.

"Effizienz ist unsere heimische Ölquelle", bestätigte ebenso Dr. Axel Friedrich vom Umweltbundesamt. Er beklagte, dass nach wie vor in vielen Kommunen der Klimaschutz kein Maßstab für die Verkehrspolitik sei. Professor Heiner Monheim von der Universität Trier kritisierte eine einseitige Fixierung der Politik auf das Auto. Er warnte davor, ein System, das bei uns an vielen Stellen bereits zum Kollaps führe, in Entwicklungs- und Schwellenländer zu übertragen.