Schwierige Verhandlungen

Klimaexperte: G8-Gipfel scheitert ohne Einigung auf Umweltziel

Der Klimaberater der Kanzlerin, Hans-Joachim Schellnhuber, hält es für dringend notwendig, dass der G8-Gipfel in Heiligendamm "zumindest ein wichtiges quantitatives Ziel" beschließt. Anderenfalls "ist der Gipfel gescheitert", sagte der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung dem "Tagesspiegel" (Dienstagausgabe).

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Das Gipfeldokument enthalte drei Ziele, erläuterte Schellnhuber. Zum einen sollen sich die G8-Staaten verpflichten, 30 Prozent Energie bis 2020 einzusparen. Zudem werde ein globaler Kohlenstoffmarkt konzipiert, in den der europäische Emissionshandel langfristig eingebettet werden könnte. Zudem enthält das Gipfel-Dokument eine "langfristige Orientierung für den Klimaschutz", nämlich die globale Erwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung 1750 zu begrenzen, beziehungsweise bis 2050 den Ausstoß an Treibhausgasen weltweit zu halbieren.

Die Verhandlungen seien "außerordentlich schwierig", betonte Schellnhuber. Zum Streit um die Atomkraft in Deutschland sagte er, man könne "unter Umständen über eine Art Atomkonsens-Folgevertrag nachdenken: Die Konzerne müssten sich verpflichten, die Mehreinnahmen, die sie durch eine Verlängerung der Laufzeiten bekämen, in erneuerbare Energien zu investieren". Die Einhaltung dieser Verpflichtung "wäre eine Nagelprobe auf die Ernsthaftigkeit, mit der die Konzerne Klimaschutz betreiben", sagte er.