Strom-News
NetzstabilitätDie für den kommenden Samstag geplante Klimaschutzaktion "Licht aus! Für unser Klima" gefährdet einem Zeitungsbericht zufolge die Stabilität des Stromnetzes und kann bei einer sehr großen Teilnehmerzahl zu einem europaweiten Stromausfall führen. Bei etwa zehn Millionen teilnehmenden Haushalten bestehe Gefahr für die Netzstabilität.
Berlin (ddp/sm) - Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe) bereiten sich die großen Netzbetreiber RWE und E.ON bereits auf den plötzlichen Abfall der Stromlast im Leitungssystem vor.
Die Umweltschutz-Organisationen Greenpeace, BUND und WWF haben die Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz dazu aufgerufen, am 8. Dezember, dem "Weltklimatag", zwischen 20.00 Uhr und 20.05 Uhr das Licht aus zu schalten. Der Aufruf wird von der "Bild"-Zeitung, dem Fernsehsender ProSieben und dem Internetportal Google unterstützt.
Sorge bereitet den Netzbetreibern insbesondere, dass sich immer mehr Großverbraucher der Lichtaus-Aktion anschließen wollen, darunter die Konzernzentralen von BMW, Porsche, Bosch, Deutscher Telekom und T-Mobile. Auch soll die Außenbeleuchtung zahlreicher berühmter Bauwerke für fünf Minuten ausgestellt werden, etwa beim Kölner Dom, dem Berliner und dem Erfurter Dom, beim Schloss Neuschwanstein, beim Heidelberger Schloss, dem Brandenburger Tor, der Alten Oper und bei der "Zeil" in Frankfurt am Main.
"Bleibt nach all den Gegenmaßnahmen eine größere Überlast bestehen, würden die automatischen Sicherungssysteme dafür sorgen, dass Übertragungsleitungen und damit auch großflächig Netzkunden abgeschaltet werden", sagte Joachim Vanzetta, Leiter der RWE Netzzentrale in Brauweiler. "Ein möglicherweise großflächiger Stromausfall ist dann nicht mehr auszuschließen."
Wissenschaftler sehen diese Sorgen als berechtigt an: "Ganz unkritisch ist das Unterfangen nicht - alles hängt davon ab, wie viele Menschen mitmachen", sagte Stefan Tenbohlen vom Institut für Energieübertragung und Hochspannungstechnik der Universität Stuttgart.
Nach Berechnung von Hans-Jürgen Haubrich, dem Leiter des Instituts für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft an der RWTH Aachen, droht bei etwa zehn Millionen teilnehmenden Haushalten Gefahr für die Netzstabilität.
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Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) mahnt die CDU-Ministerpräsidenten, ihrer Parteivorsitzenden beim Thema Klimaschutz zuzuhören. Er selbst könne sich als Sozialdemokrat nicht über mangelnde Unterstützung durch Angela Merkel beklagen, sagte Gabriel der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".
Da wird es dunkel in Deutschland: BILD, BUND, Greenpeace, WWF, Google und Prosieben rufen alle Bundesbürger, Städte und Organisationen dazu auf, am 8. Dezember um 20 Uhr für fünf Minuten alle Lichter auszuschalten. Die Aktion soll eine Mahnung für mehr Klimaschutz sein.
RWE-Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann fordert, den Ausstieg der Kernenergie zu überdenken. "Dieser Beschluss wurde im Jahr 2000 unter anderen Prämissen gefällt", schreibt Großmann in einem Gastbeitrag für das in Düsseldorf erscheinende "Handelsblatt" (Montagausgabe).
Die Braunkohlenindustrie sieht Deutschlands Ansehen beim Klimaschutz durch Greenpeace-Aktionen bedroht. Behauptungen, Klimaschutz sei mit Kohle nicht möglich, seien falsch. Weltweit setzen Länder auf die Kohle und umweltfreundliche Technik, die unter anderem in Deutschland entwickelt werde.
200 NABU-Delegierte haben zum Auftakt der Bundesvertreterversammlung am Samstag in Hamburg für mehr Klimaschutz demonstriert. Sie forderten Vattenfall stellvertretend für die vier großen Energiekonzerne auf, keine Kohlekraftwerke mehr zu bauen und stärker in Erneuerbare Energien zu investieren. Strompreise vergleichen
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