Erhebung

Kleinhaushalte haben erhöhten Strombedarf

Die Haushaltsgröße beeinflusst den Energiebedarf - das klingt logisch. Doch dass Single-Haushalte auch umgerechnet auf den Pro-Kopf-Verbrauch mehr Strom beziehen und dass im Osten deutlich weniger Strom benötigt wird als im Westen, erschließt sich erst auf den zweiten Blick.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die wachsende Zahl Alleinlebender erhöht den Strombedarf der deutschen Haushalte: Wer in Deutschland allein lebt, verbraucht durchschnittlich 2050 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr. Ziehen zwei Personen zusammen, sinkt ihr Verbrauch jährlich um 660 kWh Strom. Das ermittelten der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) in einer aktuellen Erhebung. Im Jahr 2009 waren von rund 40 Millionen deutschen Haushalten 15,9 Millionen Alleinlebende - im Vergleich zu 13,5 Millionen Singles im Jahr 1999.

Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht im Bundesdurchschnitt etwa 3440 kWh Strom pro Jahr. Der Verbrauch pro Kopf beträgt 1720 kWh und nehme mit wachsender Haushaltsgröße stetig ab. Eine Familie mit drei Personen verbraucht nach Angaben des BDEW im Mittel 4050 und ein Vier-Personen-Haushalt 4940 kWh Strom im Jahr. Diese Orientierungswerte könnten helfen, Sparpotenziale beim eigenen Stromverbrauch zu ermitteln.

Dabei sollten aber auch regionale Unterschiede beachtet werden. So verbrauchen zum Beispiel Haushalte im Osten Deutschlands im Schnitt rund 20 Prozent weniger Strom als in den westlichen Bundesländern, wie Berechnungen des Brachenverbandes ergaben. Wesentliche Gründe dafür seien durchschnittlich kleinere Wohnflächen und eine geringere Ausstattung mit elektrischen Geräten.

Fast alle Energieunternehmen hätten für ihre Kunden Energieberatungsstellen. Die Angebote umfassten neben Tipps zur effizienten Energienutzung im Haushalt auch Förderprogramme beispielsweise zur Heizungs- und Wohnungsmodernisierung.