Strom-News
SolarenergieBayern fordert von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) umfassende Änderungen an dessen Plänen für die Photovoltaik-Vergütung. Besonders bei den Großflächenanlagen im ländlichen Raum mahnte Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) Änderungen an, weil er "grundsätzliche Bedenken gegen großflächige Anlagen" habe.
Passau (ddp/red) - In einem Brief an Röttgen, der der "Passauer Neuen Presse" (Samstagausgabe) vorliegt, drängt Brunner darauf, große Solarparks deutlich niedriger zu fördern als kleine.
"Da gerade bei Freiflächenanlagen mit zunehmender Größe erhebliche Degressionseffekte bei den Anschaffungskosten zu verzeichnen sind, müssen auch hier analog zu anderen alternativen Energien Leistungsklassen für die Vergütung eingeführt werden. Ohne Größendifferenzierung findet bei Großanlagen nachweislich eine dauerhafte Überförderung und Bevorzugung statt", schreibt Brunner. Er warnt, dies führe "zu Flächenkonkurrenzsituationen und Verwerfungen, die letztlich der gesellschaftlichen Akzeptanz der Photovoltaik schaden".
Stattdessen solle man "den Fokus auf kleinere Anlagen richten, die sich an geeigneten Standorten eher in die Landschaft einfügen lassen". Röttgen hatte im Januar ein Papier zur Senkung der Vergütungen im Erneuerbare-Energien-Gesetz vorgestellt, in dem unter anderem die Absenkung der Vergütung für Freiflächenphotovoltaikanlagen um 15 Prozent noch in diesem Jahr vorgeschlagen wird.
Einer repräsentativen Umfrage zufolge sind 84 Prozent der Bürger gegen die vom Bundesumweltminister geplante sofortige, deutliche Absenkung der Solarstromförderung. In Auftrag gegeben hat die Umfrage der Bundesverband Solarwirtschaft. Der Verband spricht von "Ignoranz" des Wählerwillens.
Für Verbraucher wird der Strom trotz der von Umweltminister Röttgen geplanten zusätzlichen Kürzung der Solarförderung offenbar kaum billiger. Das hätten Berechnungen des Umweltministeriums ergeben. Demnach verbillige die Kürzung die Kilowattstunde nur um 0,3 Cent. Röttgen will an der Kürzung festhalten.
Mehrere Hundert Mitarbeiter der Solarbranche in Sachsen-Anhalt haben am Donnerstag gegen die geplante neuerliche Senkung der Einspeisevergütung für Solarstrom protestiert. Laut dem Geschäftsführer von PV Crystalox Solar Silicon, Hilmar Tiefel, wären Arbeitsplätze sowie Investitionen gefährdet.
Das Hauptproblem bei dem Ausbau der Solarenergie sei der Standortfaktor. In Berlin-Brandenburg ist laut einem Gutachten nun eine Fläche von 11.000 Hektar unbedenklich für Solaranlagen verwendbar. Mehrere Solaranlagen sind schon im Bau oder in Betrieb genommen wurden. Weitere Solarparks sind bei den Kommunen in Planung.
Sachsen-Anhalt droht mit Widerstand im Bundesrat gegen die von Bundesumweltminister Röttgen angekündigte Kürzung der Solarförderung. Die Bundesregierung plant, die Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen ab April um 15 Prozent zu kürzen, Sachsen-Anhalt hält dies für "zu drastisch und zu schnell".