Verstimmung

Klage gegen E.ON/Ruhrgas-Fusion: Ampere AG setzt sich über Willen der Muttergesellschaft hinweg

Die von der Berliner Ampere AG eingereichte Anfechtungsbeschwerde gegen die Ministererlaubnis für die E.ON/Ruhrgas-Fusion hat zu "ernsthaften Verstimmungen" bei den Stadtwerken Hannover geführt. Die Mehrheitsanteilseignerin hatte Ampere zu verstehen gegeben, dass keine Einleitung weiterer Rechtsmittel gewünscht wird.

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Der von der Berliner Ampere AG, einer 75-prozentigen Tochter der Stadtwerke Hannover AG, gestellte Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Anfechtungsbeschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Ministererlaubnis im Fall der E.ON/ Ruhrgas-Fusion verursacht bei der Mutter in Hannover ernsthafte Verstimmung. Entgegen dem ausdrücklichen Wunsch des Mehrheitseigners Stadtwerke Hannover hat der Vorstand der Ampere AG vorletzte Woche die "Anordnung der aufschiebenden Wirkung" gegen die Fusion auf den Weg gebracht. Ziel sei die Wahrung der Fristen gewesen.

Dr. Erich Deppe, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover und Aufsichtsratschef der Berliner Tochter, ist mehr als verärgert: "Es war durchaus auch in unserem Interesse, dass Ampere im vorgelagerten Anhörungsverfahren zur Ministererlaubnis die Position pro Wettbewerb vertrat. Allerdings haben wir dem Ampere-Vorstand deutlich zu verstehen gegeben, dass wir im Falle der Erteilung der Ministererlaubnis keine Einleitung weiterer Rechtsmittel wünschen", stellt Deppe klar, der sich z.Zt. noch im Sommerurlaub befindet. Er verweist auf die Geschäftspolitik der Stadtwerke Hannover, grundsätzlich gesetzlich verabschiedete energiepolitische Rahmenbedingungen anzuerkennen und das zukünftige unternehmerische Handeln konzeptionell anzupassen und strategisch fortzuentwickeln.

Heute wurde der Ampere-Vorstand von Deppe zum Gespräch nach Hannover beordert.