Einweihung

Kirchengemeinde mit Rapsöl-Blockheizkraftwerk

Zwei Kirchengemeinden sind zusammengewachsen: Bulmke und Hüllen. Quasi als Nebeneffekt des Zusammenschlusses konnten die Gemeinden zukunftsweisende Architektur mit hochmoderner Energieversorgung realisieren. Anlässlich der "Woche der Europäischen Biomassetage" wurde die neue Anlage eingeweiht.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Gelsenkirchen (red) - Wie die Energieagentur Nordrhein-Westfalen berichtet, war im Zuge des Zusammenschlusses war die Modernisierung des Gemeindezentrums notwendig geworden. Dieses verfügt nun, zusammen mit dem nebenstehenden Wohnhaus mit 17 Wohneinheiten, über ein mit Pflanzenöl betriebenes Blockheizkraftwerk (BHKW). So ist das Gemeindehaus nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein Aushängeschild in Sachen Energieeffizienz.

Pfarrer Henning Disselhoff von der evangelischen Kirchengemeinde Bulmke begründete das Engagement: "Die Kirchengemeinde leistet hierdurch einen kleinen, aber wichtigen Beitrag für die Entwicklung Gelsenkirchens zur Solarstadt. Sie zeigt zukunftsweisende Konzepte für die Gemeinde- und Stadtteilarbeit auf und beweist, dass Zukunftstechniken auch heute schon lohnenswert sind". Unterstützung erhielt die Gemeinde u. a. vom Land NRW, das den Umbau mit 20.000 Euro förderte, und von der Energieagentur NRW, die fachliches Know-how lieferte.

Bisher wurden die Gebäude durch eine Gasheizzentrale versorgt, die jedoch erneuerungsbedürftig war. Unter Effizienzgesichtspunkten bot sich auch die Einbeziehung des angrenzenden Mehrfamilienhauses an. Das nun installierte BHKW bietet den Vorteil, dass es nicht nur Wärme, sondern auch Strom produziert. "Ab ca. 2000 Quadratmetern Nutzfläche wird die Versorgung mit Hilfe einer KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) attraktiv" so die zuständige Architektin Wanda Kleihues van Tol. "Im Gegensatz zum Einfamilienhausbereich kommen solche Größenordnungen in Gemeindehäusern und Mehrfamilienhäusern häufig vor und es ist unbedingt lohnenswert über alternative Energieversorgungen nachzudenken" so die Architektin.

Darüber hinaus lassen sich durch den Einsatz von erneuerbaren Energien dieCO2-Ausstöße dramatisch reduzieren. Denn Pflanzenöl ist bei der Verbrennung CO2-neutral. Mittlerweile sei es zudem billiger als herkömmliches Heizöl. Bei den derzeit steigenden Gas- und Ölpreisen eine wirtschaftliche Alternative für die Kirchengemeinde. Im Normalbetrieb übertrifft die Menge des im BHKW erzeugten Stromes den Bedarf von Gemeindezentrum und Wohnhaus, so die Agentur. Es wird etwa drei Mal so viel Strom produziert, wie gebraucht wird. So wird dieser in das öffentliche Netz eingespeist und durch eine Einspeisevergütung rentieren sich die zusätzlichen Investitionen (19,5 Cent pro Kilowattstunde).

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