Rheinland

Kirche muss für Braunkohle verschwinden

Das Ende der Braunkohle in Deutschland gilt längst als beschlossen. Dennoch muss eine Kirche im Rheinland den Braunkohlebaggern weichen. Es ist nicht das erste Gotteshaus, dass von einem Energiekonzern gekauft und dann abgerissen wurde.

RWE

Erkelenz (dpa/red) - Abrissbagger haben die letzten Stunden eines ehemaligen Gotteshauses eingeläutet - für Braunkohle. Die alte Kirche St. Martinus bei Erkelenz im Rheinland wird Stück für Stück kleingemacht und abgetragen. Dem Braunkohle-Abbau nahe der nordrhein-westfälischen Stadt weicht nun auch die Kirche, wie der Energiekonzern RWE Power erklärte. Wer den Blick etwas schweifen lässt, sieht bereits Braunkohlebagger.

RWE kaufte die Kirche bereits vor etwa drei Jahren

RWE habe das Gotteshaus schon 2013 erworben, sagte eine Sprecherin am Dienstag, an dem auch einige Menschen die Arbeit der Bagger beobachteten. Im November 2014 habe es den letzten Gottesdienst gegeben. Am Montag sei nun mit dem Abriss begonnen worden, der voraussichtlich eine Woche dauere. Zuvor hatte die "Rheinische Post" darüber berichtet.

Turmglocken finden in einer anderen Kirche Platz

Für den Tagebau im Rheinland sind bereits ganze Dörfer umgesiedelt worden. Auch Erkelenz ist stark betroffen. Die St.-Martinus-Kirche ist nicht das erste Gotteshaus, von dem die Bewohner Abschied nahmen. Die Turmglocken und auch Steine aus der Fassade sind jedoch laut RWE in eine neue Kirche in einem anderen Stadtteil umgezogen.

Quelle: DPA