Zu einseitig über Asse debattiert

Kernkraftgegner fordern Atommüllrückholung aus Morsleben

Kernkraftgegner vereinbarten am Wochenende auf einer Regionalkonferenz in Wittmar (Landkreis Wolfenbüttel), die Öffentlichkeit für die Zwischen- und Endlagerfrage künftig noch stärker zu sensibilisieren. Zuletzt sei zu einseitig über Asse debattiert worden, rügte Peter Dickel von der Arbeitsgemeinschaft Schacht-Konrad.

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Wittmar (AFP/ddp-lsa/sm) - Asse II sei nicht das einzige Lager in der "Atomregion Braunschweiger Land", sagte Dickel nach einem Regionaltreffen der Anti-Atomkraft-Bewegung in Wittmar. Dort lägen in einem Umkreis von 40 Kilometern auch die Standorte Morsleben und Schacht Konrad. "Hier liegen drei Atommüll-Orte auf engsten Raum zusammen", betonte Dickel.

Bei dem Treffen wurde unter anderem gefordert, dass für Morsleben die Rückholung dort gelagerten Atommülls ebenso diskutiert werden müsse wie im Fall Asse. Dies betreffe insbesondere eine "Gleichbehandlung" bei Sicherheitsanalysen durch staatliche Behörden, sagte Dickel. Morsleben liegt wenige Hundert Meter hinter der niedersächsischen Grenze. Der Standort wurde zu DDR-Zeiten als Endlager für radioaktive Abfälle eingerichtet.

Thema auf dem Treffen in Wittmar war auch die für den 26. Februar geplante Lichterkette. Dann wollen Tausende Atomkraftgegner mit einer 52 Kilometer langen Menschenkette von Braunschweig über den Standort Asse II bis zum Schacht Konrad gegen Kernenergie protestieren.