Windkraft in Hessen

Keine räumliche Beschränkung für Windkraftanlagen mehr

Der Bau von Windkraftanlagen darf in Nordhessen nicht auf bestimmte Gebiete beschränkt sein, dies hat der 4. Senat des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs entschieden. Nun dürfen in Nordhessen mehr Windkraftanlagen gebaut werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Kassel (dapd-hess/red) - Am Donnerstag erklärte der 4. Senat des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs in Kassel, dass die Bestimmungen im Regionalplan unwirksam sind. Es sei nicht nachvollziehbar dokumentiert worden, aus welchen Gründen die Regionalversammlung die für die Windkraftnutzung generell geeignete Fläche von 10.700 Hektar auf 1.213 Hektar verringert habe, begründete das Gericht seine Entscheidung. Es gab damit einem Betreiber von Windkraftanlagen Recht, der auf gepachteten Flächen in der Gemarkung Nentershausen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg mehrere Windkraftanlagen errichten will.

SPD spricht von Niederlage für Schwarz-Gelb

Das Regierungspräsidium Kassel kündigte für den 11. April eine öffentliche Sitzung der Regionalversammlung Nordhessen an. Es werde darüber beraten, wie der betreffende Teil des Regionalplans an die Rechtsprechung anzupassen sei.

Der für erneuerbare Energien zuständige Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Timon Gremmels, sprach von einer großen Chance, "jetzt den Umstieg auf dezentrale erneuerbare Energien endlich auch in Hessen konsequent umzusetzen". Er wertete das Urteil als Bestätigung der Haltung seiner Fraktion und als Niederlage für die Landesregierung. Diese müsse nun nicht nur ihre Position zur Atomkraft überdenken, sondern auch zur Windkraft.