VDEW schaltet sich ein

Keine Manipulation: Strompreise sind Marktpreise

Der Energieverband VDEW weist - erwartungsgemäß - die Schuld für die hohen Energiepreise weit von sich. Strompreise unterlägen schließlich den Regeln von Angebot und Nachfrage, daher seien die Manipulationsvorwürfe "grotesk". Dabei versuche die Energiebranche bereits, den Großabnehmern zu helfen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Strompreise unterliegen den Regeln von Angebot und Nachfrage und den Bedingungen der weltweiten Brennstoffmärkte", schaltete sich Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) in die Diskussion um angeblich manipulierte Strompreise ein. Unter den 25 EU-Mitgliedstaaten habe Deutschland die größte Unternehmensvielfalt. "Hunderte von Stromversorgern stehen untereinander im Wettbewerb", führte Meller aus.

Die Preisentwicklung an der deutschen Strombörse EEX in Leipzig mit 120 in- und ausländischen Teilnehmern verlaufe parallel zum aktuellen Trend an allen europäischen Börsenplätzen. "Der Vorwurf der Manipulation durch deutsche Stromversorger ist daher grotesk", ist sich Meller sicher. Börsenkurse spiegelten die Liquidität und Erwartungen der Marktteilnehmer wider. Das gelte auch für die Entwicklung des Emissionszertifikatehandels.

Forderungen nach einer Subventionierung der stromintensiven Industrie würden nicht in einen liberalisierten Markt passen, sondern stammten noch aus der alten Monopolzeit, betonte der VDEW-Hauptgeschäftsführer. Die Energiebranche versuche dennoch, den Großabnehmern zu helfen. So sei zum Beispiel im neuen Energiewirtschaftsgesetz durchgesetzt worden, dass die Netznutzungsgebühren für stromintensive Betriebe in Absprache mit dem Strom-Regulierer halbiert werden können.

Die Begründung der Aluminiumproduzenten, die hohen Energiekosten in Deutschland sei der Grund für die Schließung von Standorten, sei nur vorgeschoben, vermutete Meller. "Die Konzerne wollen den Stromversorgern nur den Schwarzen Peter zuschieben, um ihre Entscheidungen in der Öffentlichkeit zu rechtfertigen." Die jetzt angekündigten Standortverlagerungen hätten schon lange festgestanden.