Vom Tisch

Keine Erweiterung für Atommüll-Endlager Konrad

Die angedachte Erweiterung des Atommüll-Endlagers Konrad in Salzgitter wird offenbar endgültig nicht mehr weiter verfolgt. Laut dem Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz ist eine weitere Diskussion darüber ebenfalls ausgeschlossen.

Atommüll Lagerung© Markus Schieder / Fotolia.com

Salzgitter (dpa/red) - Überlegungen für eine Erweiterung des Atommüll-Endlagers Schacht Konrad im niedersächsischen Salzgitter sind endgültig vom Tisch. "Eine Erweiterung ist nicht geplant. Es gibt auch keine Diskussion mehr darüber", sagte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, der "Braunschweiger Zeitung" (Montag).

Atommüll-Endlager nicht für erwartete Mengen ausgelegt

Im vergangenen Jahr hatte ein Entwurf des nationalen Entsorgungsplans für Aufruhr gesorgt, wonach sich in Deutschland die Menge der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle auf bis zu 600.000 Kubikmeter verdoppeln könnte. Das für diese Abfälle geplante Endlager Schacht Konrad ist bislang nur für 303.000 Kubikmeter genehmigt. Zwar hatte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) zwischenzeitlich erklärt, eine Erweiterung solle vermieden werden, endgültig ausgeschlossen hatte sie dies aber nicht.

Im Schacht Konrad sollen spätestens ab 2022 etwa 95 Prozent der schwach- und mittelradioaktiven Abfälle aus deutschen Kernenergieanlagen eingelagert werden, sie machen aber nur ein Prozent der Radioaktivität aus. Für die restlichen hoch radioaktiven Abfälle soll bis 2031 ein Endlager gefunden werden.

Update: Hendricks widerspricht König

Eine Erweiterung des Atommüll-Endlagers Schacht Konrad in Niedersachsen ist doch noch nicht endgültig vom Tisch. Das sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) am Dienstag in Salzgitter. "Ich kann es zum jetzigen Zeitpunkt nicht hundertprozentig ausschließen", sagte die Ministerin. Sie halte es aber für äußerst unwahrscheinlich, dass das Endlager größer werde als bislang genehmigt. "Es könnte auch einen weiteren Standort geben, an einer ganz anderen Stelle", fügte Hendricks hinzu.

Quelle: DPA