Auktionen

Keine Bestrafung: RWE profitiert von Kartellamtsauflagen

Wegen der Einpreisung kostenlos zugeteilter Emissionszertifikate bekam RWE vom Bundeskartellamt die Auflage, Exklusivauktionen für Industriekunden anzubieten. Von einer Strafe kann hier jedoch keine Rede sein, denn die erste Auktion bescherte dem Unternehmen volle Kassen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Eine Auktion pro Quartal muss RWE von 2008 bis 2011 durchführen, so die Entscheidung des Bundeskartellamtes. Bei der ersten dieser Versteigerungen könnten die teilnehmenden Strom-Großverbraucher allerdings kein Schnäppchen machen, sie zahlten für die ersteigerten Stromkontigente etwa genausoviel, wie diese an der Leipziger Strombörse EEX kosten. Dem Handelsblatt zufolge stiegen die Preise auf über 61 Euro pro Megawattstunde, was auch an der EEX fällig wird. Da die Ergebnisse der Auktion noch geprüft werden, steht der genaue Ersteigerungspreis noch nicht fest. Der Erzeugerpreis liege jedoch bei Kohlekraftwerken bei nur rund 15 Euro.

Darüber hinaus habe das Unternehmen die Aktion unter dem Motto "RWE geht neue Wege" für Marketing-Zwecke genutzt, berichtet das Handelsblatt.

Der Bundesverband Neuer Energieanbieter e.V. (bne) warnt das Bundeskartellamt in diesem Zusammenhang vor Wiederholungsfehlern. "Das Bundeskartellamt hat mit seiner Entscheidung das missbräuchliche Verhalten von RWE geradezu belohnt", sagt Robert Busch, Geschäftsführer des Verbandes. Mit Exklusivauktionen für Industriekunden über vier Jahre sollte die missbräuchliche Preisstellung von RWE im Jahr 2005 durch die Einpreisung kostenloser Emissionszertifikate abgegolten werden, die Entscheidung im Parallelverfahren gegen E.ON steht noch aus. Dort muss ein "derartig wettbewerbsschädlicher Mechanismus" unbedingt vermieden werden, fordert der bne.

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