Trotz Bergbau-Stopp

Kein kurzfristiger Engpass bei Kohle für Saar-Kraftwerke

Für die vier saarländischen Kohlekraftwerke gibt es nach dem Förderstopp im Bergbau zumindest kurzfristig keine Lieferengpässe. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di befürchtet jedoch negative Auswirkungen für die Energiewirtschaft im Saarland.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken/Ensdorf (ddp-rps/sm) - Wenn nicht innerhalb kurzer Zeit Kohle zu den saarländischen Kraftwerken komme, bestehe die Gefahr, dass auch "mehrere hundert Arbeitsplätze in der saarländischen Energiewirtschaft und den Kraftwerken gefährdet" seien, sagte der zuständige Landesfachbereichsleiter bei ver.di, Michael Blug.

Sollte den saarländischen Kraftwerken die Kohle ausgehen, brächte dies zudem erhebliche Schwierigkeiten bei der Energieversorgung auch für andere Industriebereiche im Saarland mit sich, warnte Blug. Nach dem bislang schwersten bergbaubedingten Beben am vergangenen Samstag hatte die Landesregierung einen sofortigen Abbaustopp verhängt.

Zumindest kurzfristig besteht nach Angaben des Kraftwerksdirektors in Ensdorf, Hans-Hermann Michaelis, deshalb aber keine Gefahr von Lieferengpässen für die vier saarländischen Kohlekraftwerke. Die Vorräte reichten für drei bis vier Wochen, sagte Michaelis auf ddp-Anfrage. Zudem könne das Bergwerk Saar für drei bis vier Monate Kohle von den eigenen Halden liefern.

Bis dahin müssten dann aber Lösungen zum Bezug von Importkohle vom Weltmarkt gefunden werden, sagte Michaelis. Neben dem Preis sei eine der wichtigsten Fragen, welche Qualität diese Kohle habe. Die Kraftwerke an der Saar seien von der technischen Konstellation her weitgehend auf die Verwendung von saarländischer Kohle ausgelegt. Zur Verwendung von Importkohle müssten laut Michaelis möglicherweise technische Umrüstungen erfolgen.