Skepsis

Kaum Chancen für Meereskraftwerk in Niedersachsen

Das vom Land Niedersachsen und der Energie Baden-Württemberg (EnBW) geplante erste deutsche Meereswellenkraftwerk könnte nach einem Medienbericht im Sande verlaufen. Offenbar reicht die bislang errechnete Wellenhöhe nicht aus.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - Nach Jahren der intensiven Suche nach einem geeigneten Standort an der flachen deutschen Nordseeküste verdüstern sich die Aussichten für das Projekt, wie das "Hannoversche Wirtschaftsjournal" am Mittwoch unter Berufung auf eine EnBW-Sprecherin berichtete.

Die jetzt vorliegenden Ergebnisse stimmten demnach insgesamt wenig optimistisch. Für die zum effektiven Betrieb notwendige Wellenhöhe seien bisher an keinem Standort befriedigende Bedingungen gefunden worden.

Nach Schätzungen von Energie-Experten bieten die auf die europäischen Küsten treffenden Wellen ein Potenzial von 300 Gigawatt. Würde man nur zehn Prozent der im Wasser gebundenen Energie nutzen, könnten rund zehn Millionen Haushalte europaweit mit Strom versorgt werden, zitiert das Blatt EnBW-Angaben. Doch jetzt scheine dem Wellenkraftwerk an der Nordseeküste mit einer elektrischen Leistung von 250 Kilowatt die Geografie einen Strich durch die Rechnung zu machen, heißt es in dem Bericht.

Von EnBW und Landesregierung werde die geplante Inbetriebnahme des Wellenkraftwerks für 2010/2011 nicht mehr bestätigt, schreibt das Blatt. Das Projekt hätte 120 Haushalte mit Strom beliefern sollen.