Kritik aus Berlin

Kasparick: Sachsen-Anhalt zeigt zu wenig Engagement für Erneuerbare

Es sei unverständlich, dass Sachsen-Anhalt das einzige Bundesland sei, in dem es keine länderseitige Förderung für Sonnenstrom und -wärme gebe, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Ulrich Kasparick heute in Magdeburg. Das Land sollte die ansässige Industrie mehr unterstützen.

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Magdeburg/Berlin (ddp-lsa/sm) - Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Ulrich Kasparick (SPD), fordert mehr Engagement für erneuerbare Energien in Sachsen-Anhalt. "Das Land geht nicht sorgfältig genug mit dieser Hochtechnologie um", kritisierte er die Landesregierung am Dienstag in Magdeburg.

Mit Enercon habe Sachsen-Anhalt den Weltmarktführer für Windkraftanlagen im Land. Bei Q-Cells in Thalheim würden Solarstrommodule produziert, die zu den leistungsfähigsten in Europa gehörten. Zudem sei bei Merseburg das zweitgrößte Sonnenkraftwerk der Welt ans Netz gegangen. Das Land müsse die Stärken der ansässigen Industrie dauerhaft unterstützen und dürfe nicht länger in öffentlichen Äußerungen gegen diese innovativen Techniken Stimmung machen, forderte Kasparick, der als Wahlkreisabgeordneter für die Börde im Bundestag sitzt.

"Forschung heute sichert die Märkte von morgen", betonte der Staatssekretär. In der Branche der erneuerbaren Energien seien schon jetzt 140 000 Beschäftigte zu zählen. Laut einer Studie des Bundesverbandes Erneuerbare Energien gebe es in Ostdeutschland ein Potenzial für mindestens 200 000 zusätzliche Arbeitsplätze. Es sei unverständlich, dass Sachsen-Anhalt das einzige Bundesland sei, in dem es keine länderseitige Förderung für Sonnenstrom und -wärme gebe, sagte Kasparick. Er regte einen landesweiten Forschungsverbund für die Techniken der erneuerbaren Energien an.