Forschung

Kartoffeln und Seetang als Energiequellen nutzbar machen

Immer mehr Naturstoffe werden auf ihre Eignung als Energielieferant erforscht. Nun haben US-Forscher einen Durchbruch bei der Nutzung von Seetang als Basis für einen Bio-Brennstoff vermeldet. Zudem wurde in Sachsen ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das Kartoffeln als Energieträger unter die Lupe nehmen soll.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Washington/Quedlinburg (AFP/dapd/red) - US-Wissenschaftler haben einen Durchbruch bei der Nutzung von Seetang als Energiequelle gemeldet. Mittels einer Mikrobe könnten alle wichtigen Zuckerarten in braunen Meeresalgen in einen Bio-Brennstoff umgewandelt werden, berichtete das US-Wissenschaftsmagazin "Science" am Donnerstag. Energieexperten sind schon lange der Ansicht, dass Seetang ein enormes Potenzial als Energiequelle birgt.

Nicht zulasten von Lebensmitteln

Meeresalgen als Lieferant für Bio-Brennstoff gelten als eine attraktive Alternative, weil der Seetang anders als etwa Rohrzucker nicht angebaut werden muss und somit nicht mit landwirtschaftlichen Flächen für Lebensmittel in Konkurrenz tritt. Weniger als drei Prozent der weltweiten Küstengewässer würden ausreichen, um genug Algen zu produzieren, um 60 Milliarden Gallonen (227 Milliarden Liter) fossilen Brennstoff zu ersetzen, wie es in dem "Science"-Artikel hieß.

Die Kartoffel als Energiepflanze nutzen

Ein dreijähriges Forschungsprojekt zu Kartoffeln als Energieträger ist am Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen in Quedlinburg gestartet worden. Ziel sei es, Kartoffeln zu erhalten, die einen sehr hohen Stärkegehalt mit einer dauerhaften Widerstandsfähigkeit gegen die Kraut- und Knollenfäule vereinen, teilte das Institut am Dienstag in Quedlinburg mit. Unter den vorherrschenden Klima- und Bodenbedingungen Nordwesteuropas liefere die Kartoffel die höchsten Erträge an nutzbaren Kohlenhydraten.

Quelle: AFP