Zu hohe Preise

Kartellbehörde will neun sächsische Gasversorger überprüfen

Neun der 40 sächsischen Gasanbieter müssen die Kalkulation ihrer Preise näher erläutern. Das teilte das sächsische Wirtschaftsministerium heute im Anschluss an eine Überprüfung mit. Um welche Anbieter genau es sich handelt, wurde nicht bekannt. Die Unternehmen müssen sich bis Ende August äußern.

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Dresden (ddp-lsc/sm) - Sächsischen Gasversorgern droht Ärger von Seiten der Landeskartellbehörde. Neun der insgesamt 40 Anbieter im Freistaat müssten nach eingehender Prüfung der Behörde nun darlegen, wie sich ihren hohen Preise zusammensetzen, teilte das Wirtschaftsministerium heute in Dresden mit. Ihre Preise lägen weit über dem billigsten Anbieter. In Einzelfällen habe man Überschreitungen um 20 Prozent festgestellt.

Um welche Unternehmen es sich dabei handelt, wollte das Ministerium nicht mitteilen. Bereits am Dienstag hatte die sächsische Verbraucherzentrale (VZS) erklärt, wegen der in der Vergangenheit stark gestiegenen Preise gegen zwei sächsische Gasversorger eine Sammelklage von Kunden vorzubereiten.

Ministeriumssprecherin Martina Pirk sagte auf Anfrage, die neun Unternehmen hätten bis Ende August Zeit für eine Stellungnahme. Sollte diese nicht nachvollziehbar sein, könne die dem Wirtschaftsministerium unterstellte Landeskartellbehörde ein förmliches Verfahren einleiten und die Unternehmen gegebenenfalls auch zur Preissenkung zwingen. Man hoffe aber, sich bereits bei vorangehenden Gesprächen zu einigen, sagte Pirk.

Das Bundeskartellamt hatte Ende vergangenen Jahres bereits fünf große Energieunternehmen wegen missbräuchlich überhöhter Gaspreise ins Visier genommen. Die Anbieter begründeten bisher die in der Vergangenheit bis zu 16 Prozent gestiegenen Gaspreise mit dem hohen Ölpreis und hohen Steuern.