Erzeugungskapazitäten

Kartellamt: Wettbewerb im Strommarkt durch Laufzeitverlängerung gefährdet

Das Bundeskartellamt sieht durch eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken den Wettbewerb im Strommarkt gefährdet. "Wenn die Laufzeiten verlängert werden, wird die hohe Verdichtung der Erzeugungskapazitäten zementiert", sagte Kartellamtspräsident Bernhard Heitzer dem "Handelsblatt".

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/red) – Gleichzeitig würde unabhängigen Energieerzeugern "der Boden unter den Füßen weggezogen". Der Politik riet er daher, Kompensationsmaßnahmen festzuschreiben. Das Thema Laufzeitverlängerung gehört zu den Schwerpunkten bei den Koalitionsverhandlungen.

Strukturen im Strommarkt verändern

Heitzer kritisierte, auf dem Stromerzeugungsmarkt herrschten "keine wettbewerblichen Strukturen". Auf die Konzerne E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall, die auch alle 17 Atomkraftwerke in Deutschland betreiben, entfällt 86 Prozent der Stromproduktion.

Stromerzeuger sollten Kapazitäten abgeben

"Diese Situation ist nicht befriedigend", sagte Heitzer. "Wir müssen daran arbeiten, diese Strukturen zu verändern." Laufzeitverlängerungen bewirkten aber "genau das Gegenteil". Heitzer empfiehlt, die Betreiber im Falle von Laufzeitverlängerungen dazu zu verpflichten, Erzeugungskapazitäten abzugeben.