Preisgestaltung

Kartellamt vor Abschluss des CO2-Verfahrens gegen RWE

Das Bundeskartellamt will das Missbrauchsverfahren gegen den Energieversorger RWE wegen Einbuchung von CO2-Kosten in die Strompreise bis Ende September oder Anfang Oktober abschließen, so der Präsident der Behörde, Bernhard Heitzer. Alle beteiligten Parteien seien mittlerweile angehört worden.

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Köln (ddp/sm) - Das Kartellamt hatte gegen die beiden größten deutschen Energiekonzerne RWE und E.ON bereits im August 2005 Verfahren wegen der Einpreisung der CO2-Kosten eingeleitet. Im Dezember 2006 hatte die Behörde RWE abgemahnt. Im konkreten Fall ging es um die Preisgestaltung des Essener Konzerns im Jahr 2005. Das Kartellamt gestand RWE zu, bis zu 25 Prozent der CO2-Zertikatekosten einzurechnen, aber nicht 100 Prozent. RWE habe sich nach vorläufiger Beurteilung missbräuchlich verhalten, hatte das Kartellamt damals geurteilt.

Heitzer bekräftigte, dass das Verfahren gegen E.ON unmittelbar nach dem Ende des RWE-Verfahrens wieder aufgenommen werde. Das Kartellamt hatte den E.ON-Fall vorerst zurückgestellt und sich auf RWE konzentriert, weil der Essener Konzern wegen seines Kraftwerksparks deutlich mehr CO2-Zertifikate benötigt.