Kartellamt kritisiert Verbändevereinbarung

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Präsident des Bundeskartellamtes, Dieter Wolf, äußerte gestern Bedenken gegen die Verbändevereinbarung der Energiewirtschaft. Die Ausrichtung der neuen Regelung sei zwar generell zu begrüßen, die geplante Aufteilung des Strommarktes in eine Nord- und eine Südzone könnte jedoch dem Gesetz gegen die Wettbewerbsbeschränkung widersprechen. Wolf sieht für die Zukunft die Gefahr eines zweigeteilten Strommarktes in Deutschland.


Die Entfernungsgebühren in Höhe von 0,25 Pfennigen pro Kilowattstunde werden bei einer Stromlieferung von der Nord- in die Südzone - oder umgekehrt - fällig (das Strom-Magazin berichtete). Da diese Gebühren auch bei der Durchleitung von preiswertem Strom aus dem Ausland anfallen, könne die Aufteilung des deutschen Strommarktes in Nord und Süd auch von der EU-Kommission nicht ohne weiteres akzeptiert werden.


Veba und Viag haben den Wettbewerbshütern in Berlin im Rahmen ihrer geplanten Fusion bereits versprochen, die freie Durchleitung von Strom in ihrem Netz zu praktizieren. Der neue deutsche Energieriese würde damit die Nord-Süd-Regelung unterlaufen. Vor diesem Hintergrund erscheint die geplante Marktteilung der Verbändevereinbarung ohnehin fragwürdig.


Markus Götz