RWE-Aktien

Kapitalerhöhung bei RWE lässt Kurse fallen

Rund 80 Millionen neue Stammaktien wurden von RWE auf den Markt gebracht, um eine Kapitalerhöhung zu vollziehen. Den Verkauf der Wertpapiere am Montag schätzte RWE als erfolgreich ein. Der für Kapitalerhöhungen übliche Kursrutsch ließ diese jedoch trotzdem zeitweise um 12,1 Prozent sinken.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen/Frankfurt (afp/red) - Der Energieversorger RWE hat mit einer Kapitalerhöhung knapp 2,1 Milliarden Euro eingetrieben. Der Essener Dax-Konzern fand für insgesamt rund 80 Millionen Aktien zum Preis von je 26 Euro ausreichend Käufer, teilte RWE am Dienstag mit. Dabei werde der Stromanbieter noch in dieser Woche 52,3 Millionen neue Stammaktien in den Verkehr bringen und in gut zwei Wochen weitere 28,1 Millionen Papiere aus dem eigenen Bestand an Investoren liefern. Nachdem der Konzern am Montagabend mit der Platzierung der Papiere begonnen hatte, verkündete er bereits am Dienstagvormittag deren Gelingen. Laut RWE handelt es sich um eine der größten Kapitalerhöhungen eines europäischen Industrieunternehmens in den vergangenen Jahren.

Deutlicher Kursrutsch als Reaktion

Die Börse quittierte das Programm am Dienstagmorgen mit einem deutlichen Kursrutsch der RWE-Aktien. Am Handelsplatz in Frankfurt am Main fiel der Kurs des Energieversorgers am Vormittag um zwischenzeitlich 12,1 Prozent auf 26,66 Euro. Werden durch eine Kapitalerhöhung neue Aktien in den Handel gebracht, so "verwässert" sich der Wert des einzelnen Papiers, das heißt er nimmt ab. Investoren verleitet das dazu, nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung ihre Papiere abzustoßen.

Energiewende setzt die großen Energieversorger unter Druck

RWE ist nach Eon der zweitgrößte Gas- und Stromanbieter in Deutschland. Ebenso wie die Nummern drei und vier, Vattenfall und EnBW, haben sie aufgrund der Energiewende in Deutschland deutliche Einbußen hinzunehmen. Bei RWE ging der Gewinn in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um 46 Prozent auf noch 1,4 Milliarden Euro zurück. Der Stromanbieter plant Medienberichten zufolge Einsparungen und den Abbau von 8000 Stellen. Auch Eon hatte im November mitgeteilt, weltweit 11.000 Arbeitsplätze zu streichen.