Keine Chance!

Kampf dem Schimmel: Tipps für die Heizperiode

Die DEKRA ETS GmbH, der Baudienstleister aus der DEKRA-Gruppe, gibt jetzt Tipps, wie man mit Heizen und Lüften die Schimmelpilzbildung in Wohnung und Haus verhindern kann.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Mit Beginn der kalten Jahreszeit ist die Bauseuche Schimmelpilz wieder häufig in Wohnungen und Häusern zu sehen. Die Sporen verteilen sich in die ganze Raumluft und können besonders bei empfindlichen oder erkrankten Menschen ihre gesundheitsgefährdende Wirkung entfalten. Die DEKRA ETS GmbH, der Baudienstleister der DEKRA Gruppe, gibt deshalb einige Empfehlungen für das richtige Heizen und Lüften in Gebäuden.

Richtig bedeutet: Es sollten alle Räume einer Wohnung beheizt werden. Nur so können die Raumwände die Wärme speichern. Wer tagsüber während seiner Abwesenheit die Heizung ausschaltet oder zu stark reduziert (Raumtemperatur unter 15 Grad), findet am Abend eine ausgekühlte Wohnung vor. Wird dann die Heizung kräftig hochgefahren, erwärmt sich zunächst nur die Raumluft, nicht aber die Wände. Kalte Wände jedoch bringen die im Raum befindliche Luftfeuchtigkeit zum Kondensieren und schaffen damit gute Bedingungen für den Schimmel. Häufig wird ein Aufenthaltsraum innerhalb einer Wohnung stark beheizt und andere Räume nur mäßig oder gar nicht. Zimmertüren sollten dann verschlossen bleiben. Bei geöffneten Türen sollte der Temperaturunterschied in den einzelnen Räumen nicht mehr als vier Grad betragen.

Eine Dauerlüftung mit gekipptem Fenster ist während der Heizperiode nicht zu empfehlen. Es besteht einmal die Gefahr der Tauwasserbildung an den dadurch ständig unterkühlten Bauteilen. Zum anderen wird viel Heizenergie verschwendet. Ebenfalls sollte die verbrauchte Luft eines Zimmers nicht in andere, nicht beheizte Innenräume geführt werden. Die Luftfeuchtigkeit würde sich sofort an den kühleren Wandflächen niederschlagen. Als richtiges Lüften wird empfohlen: Mehrmals am Tag alle Fenster weit für etwa fünf bis zehn Minuten öffnen. Durch den entstehenden Durchzug findet ein rascher Austausch der warmen, feuchtigkeitsbeladenen Raumluft mit der Außenluft statt, ohne das sich Möbel und Wände zu stark abkühlen. Thermostatventile beim Lüften immer auf null bis eins reduzieren.

Bei Schimmelbefall stellt sich die Frage, ob baukonstruktive Mängel oder das Verhalten des Wohnungsnutzers die Ursache darstellen. Schimmelpilze benötigen feuchte oder nasse Bauteile, um wachsen zu können. Feuchtigkeit in Häusern entsteht durch Tauwasser. Dieses bildet sich entweder bei einem Überangebot von Luftfeuchtigkeit, z.B. vom Wäschetrockner, oder an Bauteilen, die Wärmebrücken aufweisen. Typische Wärmebrücken sind unzureichend gedämmte Stirnseiten von Geschoßdecken, von Fensterstürzen oder schlecht gedämmte Rollladenkästen. Diese Baufehler können in der Regel schnell erkannt werden. Oft ist im Heizungs- und Lüftungsverhalten des Nutzers die Ursache für den Schimmelbefall zu suchen. Ihm würde häufig undifferenziert empfohlen, mit der Heizenergie sparsam umzugehen. Wer diese Ratschläge befolgt und die Raumtemperatur um ein Grad absenkt, um sechs Prozent der Heizkosten einzusparen, handelt volkswirtschaftlich richtig, aber bauphysikalisch falsch, argumentiert die DEKRA. Auch die heutigen Baustandards förderten die Schimmelbildung: dichte sonnenverglaste Fenster, kunststoffbezogene oder versiegelte Fußböden, waschfest gestrichene Wände, Möbel mit wasserfester Oberfläche - in allen Fällen kann Feuchtigkeit nicht aufgenommen werden. Wird sie nicht durch regelmäßiges Lüften nach außen geführt, schlägt sie sich als Kondensat an den kälteren Wänden nieder. Obwohl die Beheizung der Wohnung immer teurer wird, sollte die Heizung auch bei Abwesenheit nicht unter 15 bis 16 Grad Raumtemperatur abgesenkt werden.