Appell

Kampagne gegen "Wucher"-Preise der Stromkonzerne

NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) und die Verbraucherzentrale haben eine Kampagne gegen die "Wucher"-Preise der großen Energiekonzerne gestartet. Die Verbraucher sollten ihren "inneren Schweinehund" überwinden und am besten zu einem Ökostromanbieter wechseln, so der Appell.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Die nordrhein-westfälischen Haushalte geben pro Jahr 17,2 Milliarden Euro für Strom, Warmwasser und Heizung aus, wie Remmel und Verbraucherzentrale-Landeschef Klaus Müller am Dienstag in Düsseldorf mitteilten.

Im Internet und in Hörfunk-Spots wird ab sofort für einen Wechsel zu Ökostrom-Anbietern geworben. Zudem gibt es Tipps für einen sparsameren Umgang mit Energie. Die Verbraucher sollten den "inneren Schweinehund" überwinden, sagte Müller. So könne jeder Haushalt Geld sparen, das ansonsten bei den großen Konzernen lande. Remmel plädierte für eine "Energiewende von unten".

Ein Wechsel zu Ökostrom kann sogar Geld sparen

Jeder Bürger in NRW könne Energiekosten einsparen, wenn er vom Grundtarif eines Stromkonzerns zu einem Anbieter von Ökostrom wechsle, betonte Müller. Bislang sei aber nur jeder zweite Haushalt am Markt auf der Suche nach neuen Anbietern. Diese Bürger würden "Geld zum Fenster rauswerfen", sagte der Verbraucherschützer.

Im europäischen Vergleich liegen etwa die deutschen Strompreise nach Angaben von Verbraucherschützern im oberen Drittel. Stromkunden in Deutschland zahlen 30 Prozent mehr als Verbraucher in Großbritannien. Innerhalb der Bundesrepublik sind je nach Anbieter Unterschiede von 20 bis 35 Prozent möglich.

Mehr Energieeffizienz vonnöten

Neben dem Appell zum Wechsel auf Ökostrom gebe es aber auch rein praktische Tipps, etwa die Anschaffung einer modernen Heizungspumpe. Diese kostet etwa 250 Euro. Die Kosten ließen sich aber innerhalb von zwei Jahren durch geringere Energiekosten wieder hereinholen. Auch Elektrogeräte könnten effizienter genutzt werden.