Mehr neue Anbieter

Kammern fordern Baustopp für Vattenfall-Projekte

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) und die Handwerkskammer fordern einen Baustopp für Projekte des Energiekonzerns Vattenfall Europe in Berlin. Solange neue Anbieter am Markt keine Chance hätten, dürfe der Senat keine Kraftwerksneubauten von Vattenfall in Berlin genehmigen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp-bln/sm) - Um tatsächlichen Wettbewerb am deutschen Energiemarkt zu ermöglichen, müsste vor allem das Oligopol der vier Energiekonzerne RWE, E.ON, Vattenfall Europe und EnBW zerschlagen werden. Denn abgeschriebene Kraftwerke ermöglichten den marktbeherrschenden Konzernen niedrigste Stromerzeugungskosten, die zu einer Blockade des Kraftwerksneubaus durch neue Anbieter führe, sagte IHK-Präsident Eric Schweitzer. Der Senat sollte sich daher auf Bundesebene für eine Verkaufsverpflichtung von Kraftwerkskapazitäten der "großen Vier" an neue Anbieter einsetzen.

Deutschland liegt einer Studie zufolge im europäischen Vergleich der Industriestrom- und Gaspreise seit Jahren mit "sehr hohen Preisen ganz an der Spitze". Die Liberalisierungsbemühungen - auf EU-Ebene seit dem Jahr 1998 mit den Binnenmarktrichtlinien Strom - seien bei den Unternehmen bislang immer noch nicht "preiswirksam" angekommen. Die aktuellen Ankündigungen weiterer Preiserhöhungen vieler deutscher Energieversorger ab 2008 verschärfe weiter den Druck auf Unternehmen, kritisierte Schweitzer. Vattenfall erhöht den Strompreis um durchschnittlich sechs Prozent, die Gasag den Gaspreis um 7,5 Prozent.