Prophylaxe

Kaltreserve für den Winter wurde verdoppelt

Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben zur Sicherung der Stromversorgung in diesem Winter doppelt soviel Kraftwerkskapazitäten als Kaltreserve eingekauft wie im Vorjahr. Statt auf 1.300 Megawatt können sie nun auf fast 2.600 Megawatt zurückgreifen, um kritischen Netzsituationen vorzubeugen, wie der Übertragungsnetzbetreiber Tennet mitteilte.

Netzausbau© TebNad / iStockphoto.com

Bayreuth (dapd/red) - Der Deutschland-Chef von Tennet, Martin Fuchs, betonte kürzlich, die Kaltreserve sei ein Sicherheitspuffer, da die Situation für Stromnetze und Versorgung weiter angespannt sei. Im Vergleich zum vergangenen Winter habe sich die Lage für die Stromnetze nicht verbessert.

Worauf Tennet Zugriff hat

Allein Tennet nahm knapp 2.000 Megawatt an Kaltreserve unter Vertrag - auf Kosten der Verbraucher. Neben fünf konventionellen Kraftwerken in Österreich, die schon im vergangenen Jahr geholfen hatten, den deutschen Stromhunger an sonnen- und windarmen kalten Tagen zu decken, sicherte sich der Netzbetreiber auch den Zugriff auf die kürzlich von E.on aus Kostengründen vom Markt genommenen Gaskraftwerke Irsching 3 in Bayern und Staudinger 4 in Hessen.

Dieser Winter scheint gerettet

Besorgt zeigte sich Fuchs über mögliche weitere Stilllegungspläne bei den Stromerzeugern. "Für die Netzstabilität und Versorgungssicherheit wäre es schwierig, wenn im Süden weitere Kraftwerke vom Netz gehen", warnte er. Die Pläne, auch Irsching 5 vorübergehend vom Netz zu nehmen, sind inzwischen aber zumindest für diesen Winter wohl vom Tisch.