Manipulationen

Kalifornische Energiekrise 2000/2001: Trägt Enron Mitschuld?

In Amerika sind Enron-Memoranden aufgetaucht, mit denen sich beweisen lässt, dass Broker des mittlerweile bankrotten Energiehändlers die Energiekrise in Kalifornien noch verstärkt haben, um ihre Profite zu steigern. So seien beispielsweiseEnergieleitungen künstlich verstopft worden, um staatliche Prämien für die Beseitigung dieser Engpässe zu kassieren.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Presseberichten zufolge trägt der mittlerweile bankrotte amerikanische Energiekonzern Enron eine Mitschuld an der kalifornischen Energiekrise in den Jahren 2000 und 2001. Aus den internen Enron-Memoranden, die die amerikanische Regulierungsbehörde FERC jetzt veröffentlich hat, gehe hervor, dass Enron-Händler die angespannte Lage ausgenutzt hätten, um ihre Profite zu steigern. Davon ist beispielsweise die demokratische Senatorin Kaliforniens, Dianne Feinstein, laut eines Berichts von "Spiegel Online" überzeugt.

Die Energiekrise in Kalifornien hatte u.a. dazu geführt, dass der Strom in Großstädten zeitweise abgeschaltet wurde, um der anhaltenden Stromknappheit entgegenzuwirken. Bisher wurde angenommen, dass die harsche Regulierungspolitik Auslöser für diese Krise gewesen ist. Wie jetzt bekannt wurde, haben aber führende Energiemanager auch zur Verschärfung der Situation beigetragen. So hätten Enron-Broker die von der Politik festgelegten Maximalpreise übergangen, indem sie den Strom für 250 Dollar pro Megawattstunde an der staatlichen Energiebörse kauften, ihn zum Schein an andere Bundesstaaten verkauften um ihn dann als außerkalifornischen Strom für 1200 Dollar weiterverkaufen zu können, schreibt "Spiegel Online". Nach Informationen des Magazins sollen zudem Energieleitungen künstlich verstopft worden sein, um staatliche Prämien für die Beseitigung dieser Engpässe zu kassieren.

Über den Wahrheitsgehalt der Memos besteht noch Unklarheit, dennoch gerät das bisher als sauber geltende Energiehandelsgeschäft immer stärker in Verruf. Bisher hatte die FERC insbesondere Kraftwerksbetreibern vorgeworfen, die Leistung der Generatoren gedrosselt zu haben, um die Preise in die Höhe zu treiben.