Strom-News
Viele StromheizungenWegen der ungewöhnlichen Kälte in Frankreich läuft der französische Atompark derzeit auf Hochtouren. Atomkraftgegner kritisieren übliche Elektroheizungen, mit denen ein großer Teil der Wohnungen im Land beheizt werde. Dies mache Frankreich abhängig von Stromimporten - unter anderem aus Deutschland.
Paris (AFP) - Am Montagabend erreichte der Stromverbrauch einen Rekordwert von 90.200 Megawatt, wie der Netzbetreiber RTE mitteilte. Für Dienstag und Mittwoch hat RTE mit Höchstwerten von knapp 91.000 Megawatt.
Weil ein großer Teil der französischen Haushalte mit Strom heizt, wirkt sich ein Kälteeinbruch massiv auf den Verbrauch aus: Wenn die Temperatur im Winter um ein Grad sinkt, steigt der Stromverbrauch um 2100 Megawatt - doppelt soviel, wie die Millionenstadt Marseille üblicherweise braucht.
Die französischen Atomkraftgegner kritisierten die Abhängigkeit der Haushalte von den Elektroheizungen. Den Franzosen werde weisgemacht, dass die Verbindung von Atomkraft und Stromheizungen sie unabhängig von anderen Ländern mache, erklärte der Dachverband Sortir du Nucléaire. Genau das Gegenteil sei aber der Fall: Schon jetzt müsse Frankreich auf Gas- und Kohlekraftwerke im Ausland und vor allem in Deutschland zurückgreifen, um den Bedarf zu decken.
Bisweilen heiße es "aus Unwissenheit oder Bösartigkeit", dass Deutschland wegen des Atomausstieges französischen Strom einführen müsse. In Wirklichkeit müsse Frankreich bereits seit fünf Jahren deutschen Strom importieren.
Heizen mit Strom und Atomkraft gingen in Frankreich Hand in Hand, sagte eine Fachfrau der Beratungsfirma Capgemini. "Als der Atompark ausgebaut wurde, hat man Werbung für Elektroheizungen gemacht, weil der Strom billig war."
In Frankreich war zuletzt knapp ein Drittel der Wohnungen mit Elektroheizungen ausgestattet. Das Land betreibt 58 Atomreaktoren und bezieht rund vier Fünftel seines Stroms aus den Atommeilern.
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Trotz der hohen Preise hat sich der Energieverbrauch in Deutschland in diesem Jahr um zwei Prozent erhöht. Grund dafür war unter anderem die kältere Witterung als im Vorjahr, wegen der die Bürger mehr heizten, wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB), ein Zusammenschluss der Energieproduzenten, mitteilte.
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