"Faire Preise"

Jurk: Gutachten widerlegt Argumente ostdeutscher Gasversorger

Die Argumente ostdeutscher Gasversorger für ihre im Bundesvergleich höheren Preise sind nach Ansicht des sächsischen Wirtschaftsministeriums widerlegt. Es lägen keine wesentlichen Unterschiede zu den alten Bundesländern vor, die dies rechtfertigen würden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Dresden (ddp-lsc/sm) - "Weder bei den Netzkosten, den Gasbezugspreisen, noch bei der Anzahl der Mitarbeiter und auch nicht bei den Investitionen konnten die Gutachter in den vergangenen 15 Jahren wesentliche Unterschiede zwischen Ost und West erkennen", sagte Minister Thomas Jurk (SPD) am Donnerstag unter Berufung auf eine Expertise der BPG Beratungs- und Prüfungsgesellschaft. Demnach gebe es weitaus größere Spielräume bei der Preisgestaltung als von den Gasversorgern bisher eingeräumt.

Das Gutachten war im Auftrag der Landeskartellbehörden von Sachsen und Brandenburg erstellt worden. Es zeigt auf, dass im März der niedrigste durchschnittliche Gaspreis in Sachsen über dem höchsten Durchschnittswert in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland gelegen habe. Ein Extra-Vergleich der Gaspreise in Ost und West für Gasversorger, die ausschließlich Endverbraucher belieferten, habe sogar Unterschiede von bis zu rund 14 Prozent nachgewiesen.

Jurk nahm das Gutachten zum Anlass, "mehr Wettbewerb für faire Preise" zu fordern. Auch die Privatkunden müssten endlich zwischen mehreren Gasversorgern wählen können. Dann würden sich auch die Preise in Ost und West annähern. Jurk wies zugleich darauf hin, dass Gaspreis-Erhöhungen im Unterschied zu Strompreisen nicht vom Wirtschaftsministerium genehmigt werden müssen. Die Kartellbehörden der Länder könnten lediglich die Preise vergleichen und bei "Ausreißern" prüfen, inwieweit ein Missbrauch vorliege.