Kohle bleibt wichtig

Junghanns für Mix in der Energieversorgung

Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) hat sich für einen Mix verschiedener Energieträger ausgesprochen. Für die langfristige Sicherung der Energieversorgung brauche Brandenburg die Braunkohle, sagte Junghanns bei der Eröffnung des achten brandenburgischen Energietages in Cottbus.

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Cottbus (ddp-lbg/sm) - Die heimische Braunkohle bleibe auf lange Zeit der einzige wettbewerbsfähige heimische Energieträger, führte er aus. Zugleich machte der Minister klar, dass das Land stärker auf erneuerbare Energien setzen werde. Er verwies in diesem Kontext auf die "Energiestrategie 2010".

Brandenburgs Grüne Liga kritisierte das Bekenntnis von Junghanns zur Braunkohle als "inszeniert". Braunkohle als Energieträger habe keine Zukunft, sagte Sprecher René Schuster. Wer langfristige Kohle-Pläne befürworte, müsse sich auch dazu bekennen, welche neuen Felder er aufschließen und welche weiteren Dörfer er zerstören wolle. Diese Ehrlichkeit fehle dem Energiekonzern Vattenfall ebenso wie der Landesregierung. Zu den Braunkohle-Aspekten Klimaschutz, Umsiedlungen und Wasserhaushalt nehme Junghanns keine Stellung.

Die zentrale energiepolitische Veranstaltung im Land Brandenburg stand unter dem Motto "Energiemix der Zukunft - Herausforderungen für das Energieland Brandenburg". 450 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) zusammen. Begleitet wurde die Tagung von einer Ausstellung zu den Themen Energieeffizienz, Biomassenutzung und Energiedienstleistungen.

Brandenburg hat sich zum Ziel gesetzt, die Nutzung erneuerbarer Energien weiter auszubauen. Das Energiekonzept sieht deshalb vor, im Jahr 2010 etwa 5,5 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu decken. Da dieser Wert aber schon jetzt erreicht werde, seien für 2010 acht bis zehn Prozent realistisch, betonte Junghanns. Der Braunkohleanteil an der Brandenburger Stromerzeugung liegt bei 85 Prozent. Die Energiewirtschaft sichert rund 15 000 Arbeitsplätze.