Klimaschutz

Jürgen Trittin: Emissionshandel bringt Vorteile für Wirtschaft

Die erste Phase des Emissionshandels in Europa soll 2005 beginnen und zunächst die energieintensiven Anlagen einbeziehen. Das Bundesumweltministerium arbeitet an der Aufstellung des nationalen Allokationsplans und entwickelt Regeln und Kriterien für die Zuteilung der Emissionszertifikate.

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Der Emissionshandel ist nicht nur ein wirksames Instrument für den Klimaschutz, sondern bietet vielen Unternehmen die Chance, sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen. Der Verkauf von Emissionsrechten eröffnet sogar zusätzliche Einnahmequellen. Das betonte Bundesumweltminister Jürgen Trittin am Wochenende auf einer Veranstaltung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Trittin: "Die deutsche Wirtschaft hat beim Emissionshandel zur Zeit Wettbewerbsvorteile - aufgrund der Erfolge unserer Klimaschutzpolitik und der von der Bundesregierung eingeleiteten Energiewende. Wer in den vergangenen Jahren in Klimaschutz investiert hat, soll belohnt werden."

Die erste Phase des Emissionshandels in Europa soll 2005 beginnen und zunächst die energieintensiven Anlagen einbeziehen. Das Bundesumweltministerium arbeitet an der Aufstellung des nationalen Allokationsplans und entwickelt Regeln und Kriterien für die Zuteilung der Emissionszertifikate. Bund und Länder haben ein Verfahren für die Erhebung der erforderlichen Daten vereinbart. Bundesumweltminister Jürgen Trittin wies darauf hin, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Verbesserung der Energieeffizienz und der Emissionshandel die zentralen Säulen der Klimaschutzpolitik sind. Trittin: "Der Emissionshandel ist ein wirtschaftsfreundliches Instrument des Klimaschutzes, denn er ermöglicht eine kosteneffiziente Reduzierung von Treibhausgasemissionen." Die EU-Kommission prognostiziert, dass durch den Emissionshandel die Kosten für die Senkung der Kohlendioxid-Emissionen um mindestens 35 Prozent geringer ausfallen, als dies mit anderen Instrumenten der Fall wäre.

Trittin unterstrich, dass der Klimawandel die größte Herausforderung dieses Jahrhunderts sei. Die Bundesrepublik werde auch künftig eine Vorreiterrolle in der Klimaschutzpolitik übernehmen. Im Rahmen des Kyoto-Protokolls und der EU-Lastenteilung hat sich Deutschland verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen um 21 Prozent bis 2008/2012 zu reduzieren. Trittin: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unser anspruchsvolles Reduktionsziel erreichen werden. 19,5 Prozent der Emissionsminderung haben wir schon geschafft." Unter der Voraussetzung, dass sich die EU verpflichtet, bis 2020 ihre Treibhausgasemissionen um 30 Prozent zu reduzieren, werde Deutschland einen Minderungsbeitrag von 40 Prozent anstreben, betonte der Minister. Er appellierte an Russland, das Kyoto-Protokoll zu ratifizieren, damit es endlich in Kraft treten kann.