Preisverleihung

Jörg Kachelmann erhält Europäischen Solarpreis

Die Europäische Solarvereinigung Eurosolar und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) haben gestern in Berlin zum zehnten Mal die Europäischen Solarpreise verliehen. Zu den Preisträgern gehören neben Wettermann Jörg Kachelmann auch Ursula und Michael Sladek von den Schönauer Stromrebellen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Die Europäischen Solarpreise wurden gestern Abend in der KfW-Niederlassung Berlin zum zehnten Mal an 14 Preisträger vergeben. KfW-Vorstandsmitglied Detlef Leinberger hob in seinem Grußwort an die Preisträger hervor: "Der erfolgreiche Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien ist das Ergebnis zweier komplementärer Elemente: Persönlichem Engagement einerseits und systematischer Förderung andererseits. Alleine im laufenden Jahr haben wir als KfW Förderbank Investitionen in erneuerbare Energien in einem Volumen von knapp vier Milliarden Euro angeschoben."

Die Preise wurden in zehn verschiedenen Kategorien vergeben: Der Städtepreis ging an die Gemeinde Werfenweng in Österreich für das Projekt "Sanfte Mobilität, sanfter Tourismus - Auf dem Weg zur energieautarken Gemeinde". Den Unternehmenspreis erhielt die Kompogas AG (Schweiz). Der Unternehmer Walter Schmidt engagiert sich schon seit nahezu 30 Jahren im Bereich der nachhaltigen Technologien. Seit 1991 widmet er sich der Energiegewinnung von "Kompogas" aus Bioabfällen. Der Preis für Eigentümer oder Betreiber von Anlagen ging an den Gutsbesitzer Raphael Freiherr von Loe auf Schloss Wissen bei Weeze am Niederrhein (Deutschland). Der Gutsbetrieb produziert künftig neben Raps und Rüben auch Strom und Wärme aus einer Biogasanlage. Die 2,2 Millionen Euro teure Anlage finanzierte der Gutsbesitzer aus der eigenen Tasche.

Den Vereinspreis erhielt "DS Trade and Industry" (Dänemark), der größte Arbeitgeber- und Handelsverband in der dänischen metallverarbeitenden Industrie. Eine Energie- und Umweltgruppe informiert die Mitglieder und die Öffentlichkeit über wichtige Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien. Der Preis für solares Bauen wurde an die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Waltenhofen und an die Architekten Lichtblau (Deutschland) für den Neubau des Gemeindezentrums mit integrierter Kirche, der in einem energetisch ganzheitlichen Konzept verwirklicht wurde, verliehen.

Den Medienpreis erhielt die spanische Zeitschrift "ERA SOLAR" - zu deutsch "Solarzeitalter" -, die in diesem Jahr ihr 20. Erscheinungsjahr feiert, und die die erste Publikation Spaniens war, die ausschließlich über erneuerbare Energien berichtet hat. Und auch Jörg Kachelmann (Schweiz/Deutschland) bekam den Medienpreis. Seine Wettervorhersagen werden von zehn TV-Anstalten und zahlreichen Rundfunkanstalten genutzt. Bei seinen Moderationen gibt er dem Zuschauer auf verständliche, kompetente und interessante Weise Einblick in die Wetter- und Klimavorgänge.

Den Preis für Transportsysteme mit erneuerbaren Energien erhielten Choren Industries GmbH (Deutschland) und Dr. Philippe Chartier (Frankreich). Choren ist ein mittelständisches Unternehmen unter Leitung von Dr. Bodo Wolf, das technologisch führend beim Aufbau einer solaren Stoff- und Energiewirtschaft mitwirkt. Dr. Philippe Chartier leistete als Agrar-Wissenschaftler wichtige Beiträge bei der Untersuchung des Pflanzenwachstums und des Mikroklimas. Der Preis für Bildung/Ausbildung ging an Sarigerme Renewable Energy Group (Türkei) und an Sergio Los (Italien), der sich während seiner fast 30-jährigen Lehrtätigkeit an der Universität Venedig der nachhaltigen Architektur sowie dem Städtebau verschrieben hat.

Einen Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement wurde an Ursula und Michael Sladek, Elektrizitätswerke Schönau GmbH (Deutschland), überreicht. Sie haben sich eine kernkraftfreie Stromversorgung ihrer Kommune zum Ziel gesetzt und den Rückkauf des Schönauer Stromnetzes vom überregionalen Betreiber organisiert. Einen Sonderpreis für außereuropäische Zusammenarbeit bekam die non-profit Organisation Grameen Shakti (Bangladesh), die sich der Energieversorgung in den Gebieten Bangladeshs verschrieben hat, die nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind.