Zum 1. Januar

Jetzt auch offiziell: Vattenfall erhöht Strom- und Netzpreise

Nun ist es offiziell: Vattenfall und seine Töchter Bewag und HEW werden zum 1. Januar 2005 sowohl Netz- als auch Strompreise erhöhen. Bundeskanzler Gerhard Schröder zeigte unterdessen deutlich, dass er sich in die aktuelle Diskussion nicht einmischen will. Er will die Kontrolle den Kartellbehörden überlassen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Deutschland diskutiert über die neuerliche Verteuerung von Gas- und Strompreise, da macht der Vattenfall-Konzern Nägel mit Köpfen und kündigte heute offiziell eine Erhöhung der Strom- und Netzpreise zum 1. Januar 2005 an. Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach sich unterdessen gegen den von der Wirtschaft geforderten Energiegipfel aus. "Energiepreise setzen die Unternehmen fest und nicht die Bundesregierung", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Freitagausgabe).

"Durch konsequentes Kostenmanagement haben wir dem größten Teil unserer Kunden in den vergangenen zwei bis drei Jahren insgesamt stabile Preise anbieten können - und das wird auch bis Ende des Jahres so bleiben. Dann aber sind wir gezwungen, politisch und extern verursachte Kostensteigerungen an unsere Kunden weiterzugeben", kommentierte Dr. Klaus Rauscher, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe. Notwendig würden die Preisanpassungen vor allem durch deutlich höhere Strombezugspreise an der Strombörse EEX in Leipzig. Erhöhte Zusatzlasten aus dem stark gestiegenen Windstromaufkommen, müssten sich zudem über die Netznutzungsentgelte für die Stromübertragung (Höchstspannung) und die Stromverteilung (Hoch-, Mittel-, Niederspannung) auf den Strompreis auswirken.

Daher werden die Vattenfall-Töchter HEW in Hamburg und Bewag in Berlin bei den Preisgenehmigungsbehörden eine Anhebung ihrer Strompreise von bis zu sechs Prozent beantragen, teilte der Konzern mit. Hierbei werde regional und nach Tarifen differenziert. Für einen durchschnittlichen Haushaltskunden (3-4-Personen-Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Jahresstromverbrauch) bedeute dies ein Plus von zwei bis drei Euro im Monat.

Auch bei den Netznutzungsentgelten seien Erhöhungen notwendig. Grund sei das stark gestiegene Windstromaufkommen, das bei der Vattenfall Europe Transmission GmbH, Betreiber des Übertragungsnetzes (Höchstspannung) in Nordostdeutschland, zu erhöhten Belastungen geführt hätte. Um umweltpolitische Vorgaben umsetzen und gleichzeitig Stabilität im Netz garantieren zu können, seien angemessene Netznutzungsentgelte im Übertragungsnetz erforderlich.

"Ohne die Mehrkosten durch die Windenergie hätten wir die Netznutzungsentgelte wegen interner Kosteneinsparungen sogar senken können. Aber die massiven Kostensteigerungen für die Beschaffung von Ausgleichsenergie und Ersatzleistung zwingen uns, die Netznutzungsentgelte im Höchstspannungsnetz zum 1. Januar 2005 auf 51 Euro pro Kilowatt im Jahr zu erhöhen", erläutert Wolfgang Neldner, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Transmission GmbH.