Nachholbedarf

Jedes zweite Auto ist eine Schadstoff-Schleuder

Der Autoklub ACE hat den Autofahrern Nachholbedarf beim Umweltschutz bescheinigt. Zwar seien Verbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß seit 1995 deutlich gesunken, aber noch immer entspreche die Hälfte der in Deutschland zugelassenen Pkw nicht den aktuellen Umweltstandards.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Stuttgart (dapd/red) - Das erklärte der Autoklub am Donnerstag in Stuttgart unter Berufung auf eine Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamts, des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) und des Umweltbundesamts (UBA).

Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß der Autos in Deutschland sanken demnach von 1995 bis 2009 um 7,4 Prozent, obwohl die jährliche Fahrleistung von 13.200 auf 14.100 Kilometer stieg und der Pkw-Bestand sich seit Jahren mit rund 41 Millionen auf unverändert hohem Niveau bewegt. Nach Angaben des ACE sank der Verbrauch in den vergangenen 15 Jahren bei Benzinern von 9,1 auf 8,0 und bei Diesel-Pkw von 7,5 auf 6,8 Liter.

Schadstoffe bei Brandenburger Autos am höchsten

Aber nur 50,1 Prozent der am 1. Januar 2011 zugelassenen Fahrzeuge erfüllten die Anforderungen der Schadstoffklassen Euro 4, 5 oder 6, schrieb der ACE. In dem auf KBA-Zahlen basierenden Ranking war Hamburg mit 55 Prozent Spitzenreiter. Am Ende der Skala steht Brandenburg. Dort sind nur 46 Prozent der Autos schadstoffarm.

Der ACE riet Autofahrern, schon aus wirtschaftlichem Eigeninteresse ihren Fahrstil der ökologischen Vernunft unterzuordnen. Darin stecke ein Minderverbrauch-Potenzial von mehr als 100 Liter Kraftstoff pro Jahr und Auto. Außerdem sollten sie Kurzstreckenfahrten möglichst vermeiden und beim Kauf den Blick auf Autos mit guter Energiebilanz richten.