Fukushima

Japanische Atomkraftwerke werden Stresstests unterzogen

Die Atomkraftwerke in Japan sollen etwa vier Monate nach dem Unglück von Fkushima Stresstests unterzogen werden. Einerseits zum Schutz der Bevölkerung, andererseits, um die Anlagen bald wieder in Betrieb nehmen zu können.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Tokio (afp/red) - Fast vier Monate nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima will Japan alle Atommeiler sogenannten Stresstests unterziehen. Der Wirtschaftsminister Banri Kaieda erklärte am Mittwoch japanischen Nachrichtenagenturen zufolge, mit den neuerlichen Überprüfungen werde dem Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung besser Rechnung getragen.

Abgeschaltete Meiler bedeuten Wirtschaftseinbußen

Kaieda will die Meiler anschließend allerdings so bald wie möglich wieder hochfahren. Er hatte kürzlich vor gravierenden Folgen der Stromknappheit für die Erholung der Wirtschaft gewarnt. Das Bruttoinlandsprodukt war wegen der Katastrophe vom 11. März bereits im ersten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft.

Geldbußen bei zu hohem Stromverbrauch

Derzeit sind in Japan zahlreiche Atomkraftwerke abgeschaltet - entweder weil sie beschädigt wurden oder als Vorsichtsmaßnahme. Nur 19 von 54 Akw sind in Betrieb. Der Strom ist deshalb seit Monaten knapp. Im Sommer, wenn viele Klimaanlagen laufen, fürchtet die Regierung größere Stromausfälle. Sie hat daher die Unternehmen in der Region Tokio und im Industriegebiet Tohoku im Nordosten des Landes dazu verpflichtet, ihren Stromverbrauch in den Sommermonaten um 15 Prozent zu drosseln. Andernfalls drohen erheblich Geldbußen.