Fukushima

Japan: Weiterhin Probleme mit verseuchtem Wasser (Upd.)

Hunderttausend Tonnen hochradioaktiven Kühlwassers sind bereits ins Untergeschoss der Reaktorgebäude gelaufen. Doch immer mehr Wasser muss in das Kraftwerk gepumpt werden, um die Reaktoren zu kühlen. Eine Dekontaminierungsanlage konnte wegen technischer Probleme noch nicht zum Einsatz kommen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com
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Berlin/Tokio (dapd/afp/red) - Immer wieder besteht die Gefahr, dass das strahlende Kühlwasser sich auf dem Gelände verteilt und ins Meer gelangt. Aber es muss weiterhin Wasser in die Reaktorblöcke 1, 2 und 3 gepumpt werden, denn die Reaktorkerne sind - wahrscheinlich komplett - geschmolzen. Die Schmelzmasse liege am Boden der Reaktordruckbehälter. Dabei werde sie von Wasser gekühlt, behauptet Tepco.

Aufbereitetes Wasser soll Kontaminierung eingrenzen

Anstatt immer neues Wasser für die Kühlung in die Reaktorgebäude zu pumpen, soll das verseuchte Wasser mit Hilfe der Reinigungsanlage recyclet werden. Dadurch soll vermieden werden, immer neues Wasser zu verseuchen. Die neue Dekontaminationsanlage gilt auch als ein wichtiger Schritt, um die beschädigten Reaktoren in Fukushima noch bis Ende des Jahres zu stabilisieren. Allerdings konnte die Anlage aufgrund technischer Probleme noch nicht in Betrieb genommen werden. Der Konzern hofft aber, das neue System zur Reinigung des Wassers bald einsetzen zu können.

Entweichende Luft angeblich ungefährlich

Um die Bedingungen für die Arbeiter im havarierten Atomkraftwerk erträglich zu machen, ließ Tepco jetzt zudem die Tür des Reaktorgebäudes II öffnen. Dies sei notwendig, da die Luftfeuchtigkeit in dem Gebäude auf 99 Prozent gestiegen sei. Eine solch hohe Feuchtigkeitskonzentration mache das Arbeiten dort unmöglich. Die beim Öffnen möglicherweise entwichene Luft sei aber nur schwach radioaktiv und somit ungefährlich.

Gefahr steigt durch Wetterbedingungen

Ein Grund zur Besorgnis ist die Sommerzeit: Mit steigenden Temperaturen wird die Arbeit in den Schutzanzügen immer heikler. Mit den Temperaturen steigt auch die Häufigkeit von Stürmen und starken Regenfällen. Das bedroht die von den Explosionen ohnehin stark beschädigten Gebäude. Ebenso akut ist noch die Gefahr, dass der geschmolzene Kernbrennstoff aus den Reaktoren 1 bis 3 auch die Containments durchdringt und in die Umgebung gelangt. Verstrahltes Kühlwasser scheint schon aus den Containments zu sickern, sonst wäre es nicht so hoch kontaminiert. Die nukleare Gefahr aus Fukushima ist noch längst nicht gebannt.

Wirtschaftsminister will AKW wieder anfahren lassen

Japans Wirtschaftsminister Banri Kaieda hat indes angesichts zahlreicher abgeschalteter Atomkraftwerke im Land vor einer Stromknappheit gewarnt. Seit der Reaktorkatastrophe in Fukushima als Folge eines starken Erdbebens mit anschließendem Tsunami sind nur rund 20 der mehr als 50 japanischen Atomreaktoren in Betrieb. Es drohe ein Rückgang der Energieproduktion, sollten die Energiekonzerne ihre Meiler nicht bald wieder hochfahren dürfen, sagte Kaieda Berichten der japanischen Nachrichtenagentur Jiji zufolge am Freitag vor Journalisten.