Neue Zahlungen

Japan subventioniert Atomkonzern Tepco zusätzlich

Japan steckt weitere 690 Milliarden Yen (6,7 Milliarden Euro) in den Betreiber des Katastrophen-Atomreaktors von Fukushima. Das Geld fließt zusätzlich zu den bereits zugesagten umgerechnet 8,7 Milliarden Euro an den Stromversorger Tepco, wie die Regierung in Tokio am Montag beschloss.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Tokio (AFP/red) - Tepco rechnet nach eigenen Angaben mittlerweile damit, den Opfern der Atomkatastrophe nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 16,6 Milliarden Euro Schadenersatz zahlen zu müssen.

Tepco geht nach am Montag vorgelegten Zahlen davon aus, im aktuellen bis März laufenden Geschäftsjahr wegen der Entschädigungen einen Verlust von umgerechnet 6,8 Milliarden Euro zu machen. Bis Ende März 2013 benötigt Tepco nach Schätzungen einer Expertenkommission im Auftrag der Regierung sogar rund 44 Milliarden Euro für Entschädigungen und weitere rund zehn Milliarden Euro für den Rückbau von vier der sechs Reaktoren in Fukushima. Die Arbeiten dazu werden demnach rund 40 Jahre dauern.

16 von 17 Reaktoren stehen still

Tepco kämpft derzeit zudem damit, dass auch seine anderen Akw derzeit fast komplett stillstehen: 16 der 17 Atomreaktoren sind derzeit vom Netz genommen. Die zuständigen japanischen Gemeinden scheuen sich nach der Atomkatastrophe, grünes Licht für ein Wiederanfahren der Reaktoren zu geben. Entsprechend musste das Unternehmen seine Kohlekraftwerke wieder hochfahren, die Kosten für Kohle sind allerdings deutlich gestiegen.

Durch ein verheerendes Erdbeben und einen anschließenden Tsunami war die Atomanlage in Fukushima am 11. März schwer beschädigt worden. In den Wochen und Monaten nach der Katastrophe gelangte Radioaktivität in die Umwelt und in die Nahrungskette. Zehntausende Menschen mussten die verstrahlten Gebiete rund um das Kraftwerk verlassen.

Quelle: AFP