Zurückgenommen

Japan senkt Strahlen-Grenzwert für Schulkinder wieder

Nach zahlreichen Protesten will die japanische Regierung den umstrittenen Höchstwert für die Radioaktivitätsbelastung von Schulkindern wieder senken. In Zukunft solle wieder ein jährlicher Grenzwert von einem Millisievert gelten. Am Mittwoch wurden außerdem heimlich geschossene Fotos aus der Reaktor-Ruine in Fukushima öffentlich.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Das berichtete der japanische Nachrichtensender NHK am Mittwoch unter Berufung auf das Bildungsministerium. Nach dem Super-GAU von Fukushima war im April die jährliche Höchstdosis auf 20 Millisievert heraufgesetzt worden. Das ist der in Deutschland für AKW-Mitarbeiter geltende Grenzwert. Gegen die Erhöhung hatten immer wieder Eltern, Nichtregierungsorganisationen und internationale Experten protestiert.

Fotograf macht heimlich Fotos in der Ruine

Im "heute journal" des ZDF wurden am gestrigen Mittwoch Fotos gezeigt, die ein japanischer Fotograf heimlich in der Reaktor-Ruine von Fukushima geschossen hatte. Sie zeigen unter anderem vollkommen erschöpfte Arbeiter, die stellenweise ohne Schutzkleidung in der inneren Zone Zigaretten rauchen. Nach Angaben des Fotografen seien einige der Arbeiter kaum für ihre Tätigkeit ausgebildet und kämen blutjung direkt von der Uni.

Desinformation und Beschönigung

Inzwischen hat der Betreiber Tepco zugeben müssen, in einigen Punkten unzureichend oder sogar falsch über die Katastrophe in Fukushima informiert zu haben. Das hat ein Sprecher der Regierung bestätigt, wie das ZDF am Mittwoch berichtete.