Strom-News
ProtesteUngeachtet aller Proteste ist in Japan erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima wieder ein Reaktor in Betrieb genommen worden. Seit Ende Mai hatte Japan für rund einen Monat überhaupt keinen Atomstrom produziert, weil alle Meiler wegen Sicherheitsprüfungen heruntergefahren wurden.
Tokio (AFP/red) - Wie japanische Medien am Sonntag berichteten, entfernte die Betreiberfirma Kepco im Reaktorblock 3 des Atomkraftwerks Oi gegen 21.00 Uhr (Ortszeit, 14.00 Uhr MESZ) die Blockadestäbe, die bisher eine atomare Kettenreaktion verhindert hatten. Von Mittwoch an soll der Reaktor dann wieder Strom produzieren.
Am Sonntagmorgen hatten hunderte Demonstranten die Zufahrt des im Westen Japans gelegenen Atomkraftwerks blockiert, um gegen die Wiederinbetriebnahme der Anlage zu protestieren. Bereits Samstagnacht hatten rund 650 Menschen vor der Atomanlage demonstriert. Es ist der erste Reaktor, der seit dem Unglück von Fukushima im März 2011 wieder ans Netz geht. Für Mitte Juli ist die Wiederinbetriebnahme eines weiteren Reaktors in Oi geplant.
Ende Mai war der letzte der 50 Atomreaktoren in Japan für Sicherheitsprüfungen heruntergefahren worden. Seitdem bezog Japan gar keinen Strom mehr aus der Atomkraft. Während die Regierung darauf drängte, angesichts des im Sommer steigenden Strombedarfs für Klimaanlagen Reaktoren wieder anzufahren, lehnte die Bevölkerung dies bisher ab. Bis zum Unglück von Fukushima hatte Japan etwa ein Drittel seines Stroms aus Atomkraft bezogen.
In Kyoto im Westen Japans und in mehreren weiteren Kommunen wurden am Sonntag Solaranlagen in Betrieb genommen. Mit der Energie aus den Solarparks können hunderttausende Haushalte versorgt werden. Japan investiert verstärkt in den Ausbau erneuerbarer Energien. Ein am Sonntag in Kraft getretenes Gesetz verpflichtet die Stromkonzerne zum Aufkauf der Gesamtmenge des von den Anbietern erneuerbarer Energien produzierten Stroms zu einem Festpreis. Nach Schätzungen der Regierung beläuft sich das Angebot aus erneuerbaren Energien bis zum Jahresende auf insgesamt 2500 Megawatt - die Leistung zweier mittelgroßer Akws.
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Umweltschützer haben Verflechtungen zwischen den Betreibern von Atomkraftwerken und der Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) im Atommüllgeschäft angeprangert. Demnach verdienen die AKW-Betreiber an der Lagerung des eigenen Mülls kräftig mit.
Die deutschen Energiekonzerne wollen einem Pressebericht zufolge rund 15 Milliarden Euro Schadensersatz für den Atomausstieg einklagen. Allein E.on beziffere in einer Verfassungsbeschwerde den Schaden durch die "Energiewende" auf mindestens acht Milliarden Euro, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Mittwochausgabe.
Nach der vorläufigen Abschaltung sämtlicher Atomkraftwerke in Japan hat eine Stadt für das Wiederhochfahren ihres Akw gestimmt. Der Stadtrat von Oi in der zentralen Präfektur Fukui gab am Montag grünes Licht dafür, zwei Reaktoren des Atomkraftwerks Oi des Betreibers Kansai Electric wieder hochzufahren.
Die japanische Regierung will den hochverschuldeten Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, mit einer milliardenschweren Finanzspritze de facto verstaatlichen und damit vor dem Bankrott bewahren. Eine Pleite von Tepco könnte sich Tokio kaum leisten; mit Tepco steht und fällt die Stromversorgung der Hauptstadt.
Angesichts drohender Stromengpässe nach der Abschaltung aller Atomkraftwerke in Japan hat ein Unterwäschehersteller in einer PR-Aktion einen kühlenden BH vorgestellt. Dieser soll Frauen helfen, die Hitze im Sommer zu ertragen, ohne die Klimaanlage anschalten zu müssen. Ins Geschäft wird es die Innovation aber wohl nicht schaffen.Strompreise vergleichen
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