Bilanz 2001

Jahresabschluss: Stadtwerke Flensburg auf Wachstumskurs

Bei den Umsatzerlösen haben die Flensburger die 100 Millionen Euro-Marke "knacken" können. Hinsichtlich der abgesetzten Strommenge verzeichnet man ein Plus um 6,3 Prozent auf rund 566 Millionen Kilowattstunden - das bundesweite Angebot "Flensburg eXtra" lieferte hier den Hauptzuwachs. Und die Beate Uhse AG bekommt ebenfalls wieder Strom aus dem Norden.

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Das Jahr 2001 war für die Stadtwerke Flensburg ein eigenen Angaben zufolge "ausgesprochen erfreuliches" Jahr: In allen wichtigen Bereichen habe das Unternehmen Wachstum erzielen können, teilten die Stadtwerke heute mit. Der Zuwachs sei ein Resultat der konsequenten Ausrichtung des Stadtwerke-Geschäfts auf den liberalisierten Strommarkt und dem daraus resultierenden Wettbewerb.

Die Umsatzerlöse stiegen um 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 195,9 Millionen DM. Umgerechnet auf Euro wurde damit die 100 Millionen Euro-Marke überschritten - und das beste Umsatzergebnis seit fünf Jahren erzielt. Damit zählen die Stadtwerke zu den 5 umsatzstärksten Unternehmen in Flensburg und zu den 75 größten Wirtschaftsbetrieben in Schleswig-Holstein. Der Jahresüberschuss wuchs um 31,1 Prozent von 7,4 auf 9,7 Millionen DM (ohne Berücksichtigung des außerordentlichen Ertrags aus dem Verkauf der KomTel-Anteile in 2000).

Die abgesetzte Strommenge stieg um 6,3 Prozent auf 566,3 Millionen Kilowattstunden. Der Hauptzuwachs stammt aus dem Bereich des bundesweiten Stromangebotes "Flensburg eXtra". Das Absatzplus betrug allein in diesem Segment 38,6 Prozent, der bundesweite Kundenzugewinn zehn Prozent. Auch in Sachen Fernwärmeversorgung (Abgabe plus 4,9 Prozent) verzeichnete man eine leichte Steigerung. Das Geschäft mit der Wasserversorgung war mit minus 1,9 Prozent hingegen leicht rückläufig.

Von dem stabilen Geschäft profitieren auch zahlreiche Betriebe aus der Region. So wurden neben den Sachinvestitionen in Höhe von 15,8 Millionen DM weitere ca. 30 Millionen DM für Leistungen und Lieferungen aus der Region ausgegeben. Damit dies auch in der Zukunft so bleibt, wird bei den Stadtwerken Flensburg weit über den Tellerrand hinausgeschaut - in einem Fall sogar bis in die USA. Ende letzten Jahres wurden Verhandlungen mit amerikanischen Investoren zum Finanzierungsmodell Cross Border Leasing aufgenommen. Die Stadtwerke planen langfristig Kraftwerk und Leitungsnetz an eine amerikanische Investorengruppe zu vermieten, nicht zu verkaufen. Dafür erhalten sie einen sogenannten Barwertvorteil in vermutlich zweistelliger Millionenhöhe. Die Verhandlungen befinden sich zur Zeit in der Bewertungsphase der Sachanlagen und bewegen sich genau im Zeitplan, teilte das Unternehmen mit.

Nicht ganz so weit entfernt liegt ein weiterer neuer Partner der Stadtwerke Flensburg: Die Trianel European Energy Trading GmbH in Aachen, eine internationale Kooperation von eigenständigen Stadt- und Gemeindewerken, denen die Stadtwerke Flensburg als Partner beigetreten sind. Vorteil: Erschließung neuer Marktpotentiale, effizientere Teilnahme am Energiehandel und Zugang zum Großhandelsmarkt.

Noch näher liegt freilich die Beate Uhse AG, die mit ihren 60 Filialen als Geschäftskunde zurückgewonnen werden konnte.