Statement

Jäger fürchten Folgen der Energiewende für die Natur

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg hat vor negativen Auswirkungen auf die Umwelt durch die Umsetzung der Energiewende gewarnt. Dabei geht es dem Verband zum einen um einen befürchteten "Wildwuchs" bei Windrädern, zum anderen um den massiv gestiegenen Maisanbau für Biogasanlagen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Stuttgart (dapd/red) - Die Energiewende müsse so naturverträglich wie möglich umgesetzt werden, sagte der Referent für Natur- und Umweltschutz des Landesjagdverbands, Klaus Lachenmaier, der Nachrichtenagentur dapd. Sorgen bereiteten dem Landesjagdverband vor allem die Errichtung von Windkraftanlagen und der Anbau von Mais zur Befeuerung von Biogasanlagen. Beides nehme wie der Aufbau von flächigen Photovoltaikanlagen in der freien Landschaft große Flächen in Anspruch, sagte Lachenmaier. Bereits jetzt gebe es in Baden-Württemberg einen immensen Flächenverbrauch.

Als anerkannter Naturschutzverband ist der Landesjagdverband grundsätzlich für den Ausbau erneuerbarer Energien wie beispielsweise die Windkraft. Doch durch die von der grün-roten Landesregierung geplante Änderung des Landesplanungsgesetzes befürchten die Jäger einen "Wildwuchs" an Windkraftanlagen.

Energiewende mit negativen Umweltfolgen?

Der Gesetzentwurf des Umweltministeriums sieht vor, dass die Regionalverbände künftig nur noch "weiße" Vorranggebiete für regional bedeutsame Windkraftanlagen festlegen können, also Gebiete, in denen Windkraftanlagen zulässig sind. Nicht mehr möglich sind dann "schwarze" Ausschlussgebiete, in denen der Bau von Windkraftanlagen verboten ist.

Hierdurch könne es leicht passieren, dass viele Standorte, die für Tierarten wichtig seien, "unter die Räder kommen", befürchtet Lachenmaier. Der Verband tritt daher dafür ein, dass es weiter Ausschlussgebiete gibt. Viele Flächen auch außerhalb von Naturschutzgebieten würden dringend benötigt, um Tierarten zu erhalten.

Bedroht durch Windkraftanlagen sind nach den Worten des Biologen beispielsweise Auer- oder Rebhühner. Lachenmaier betonte, dass der Landesjagdverband Windkraftanlagen grundsätzlich positiv gegenüberstehe. An Standorten, wo seltene Arten betroffen seien, müsse aber ein Ausschluss möglich sein. "Das Auerhuhn ist kein Totschlagargument, wir wollen aber, dass es berücksichtigt wird."