Neue Analyse

IWH: Ausbau erneuerbarer Energien bringt kaum Jobs

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle hat herausgefunden, dass der Ausbau regenerativer Energien mittelfristig keine Beschäftigungseffekte nach sich zieht. Während Anlagenhersteller sowie das Baugewerbe leichte Beschäftigungsgewinne erzielen könnten, fielen in Handel und Verkehrsgewerbe Arbeitsplätze weg.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Halle (ddp/sm) - Der von der Bundesregierung geplante Ausbau der erneuerbaren Energien hat nach Ansicht des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) mittelfristig keine Beschäftigungseffekte. Das habe eine Analyse ergeben, die sowohl die Beschäftigungsimpulse im Bereich der erneuerbaren Energien als auch die gegenläufigen Wirkungen in anderen Bereichen in Rechnung stellt, teilte das IWH am Dienstag mit. Dabei zeige sich, dass per saldo "so gut wie gar keine zusätzliche Beschäftigung" entstehe.

Bei Berücksichtigung aller Effekte belaufe sich die zusätzliche Beschäftigung im Jahr 2010 auf "gut 7000" Personen, erläutert das IWH. Dies sei im gesamtwirtschaftlichen Maßstab zu vernachlässigen. Während Anlagenhersteller sowie das Baugewerbe leichte Beschäftigungsgewinne erzielen könnten, sei damit zu rechnen, dass im Handel sowie im Verkehrsgewerbe Arbeitsplätze wegfielen.

Damit werde die in der Vergangenheit wiederholt vorgebrachte beschäftigungspolitische Rechtfertigung der Förderpolitik für regenerative Energien "relativiert", stellen die IWH-Experten fest. Die Lösung von Arbeitsmarktproblemen könne daher nicht der Umweltpolitik zugewiesen werden, sondern müsse Aufgabe der allgemeinen Wirtschaftspolitik bleiben. Das vorrangige Ziel der angestrebten Umstrukturierung des Energiesektors blieben die Schonung natürlicher Ressourcen sowie klimapolitische Effekte.