Liberalisierung verschlafen

IW-Direktor: Energiekonzerne notfalls zerlegen

In der Diskussion um die drastischen Preissteigerungen hält IW-Direktor Michael Hüther notfalls auch eine Zerlegung der Energiekonzerne für notwendig. "Perspektivisch kann das eine Maßnahme sein", sagte er der "Rheinischen Post". Der VDEW erwartet trotz allem künftig weiter steigende Preise.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CDU), die Konzerne vom Kartellamt schärfer auf möglichen Missbrauch der Marktstellung kontrollieren zu lassen, betrachtet der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) skeptisch. "Über die Missbrauchsaufsicht könnte man gehen. Aber was ist Missbrauch. Wir kennen den Marktpreis nicht."

Die Politik habe in der Vergangenheit verschlafen, den Energiemarkt ähnlich des telekommunikationsmarktes energisch zu liberalisieren. "Freiwillige Verpflichtungen haben wenig gebracht." Die Regulierungsbehörde habe es bisher nicht geschafft, ausreichend Anbieter auf den Markt zu locken.

VDEW erwartet künftig weitere Preissteigerungen

Trotz der massiven Kritik an den geplanten Strompreis-Erhöhungen geht die Energiebranche von weiteren Erhöhungswellen in den nächsten Jahren aus. Das berichtet die "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) unter Berufung auf den Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW). Danach erwartet Verbandspräsident Werner Brinker einen weiteren Anstieg der Stromtarife über 2008 hinaus. "Viele Faktoren deuten darauf hin, dass die Energiepreise auch in den nächsten Jahren steigen werden."