Atom-Abkommen

Italien will bei EPR in Frankreich einsteigen

Frankreich und Italien vertiefen ihre Zusammenarbeit bezüglich Atomenergie. Bei einem französisch-italienischen Gipfeltreffen am Dienstag solle die geplante italienische Beteiligung am zweiten Europäischen Druckwasserreaktor (EPR) in Frankreich besiegelt werden, hieß es am Montag in diplomatischen Kreisen in Rom.

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Rom/Paris (AFP/sm) - Demnach wird der italienische Energiekonzern Enel sich mit 12,5 Prozent an dem zweiten hochmodernen Druckwasserreaktor beteiligen, den Frankreich baut.

Das Büro des französischen Staatschefs Nicolas Sarkozy in Paris erklärte auf Anfrage, es sei "nicht unmöglich", dass der französische Stromriese und Enel bei dem Gipfel am Dienstag etwas vereinbarten. Präsident Sarkozy und der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi wollten bei ihren Gesprächen in Rom ein umfassendes Kernkraftabkommen schließen, das von der Forschung bis zur Atommüllentsorgung reicht.

Frankreich und Italien hatten im November 2007 vereinbart, dass der italienische Stromkonzern sich mit 12,5 Prozent am ersten französischen EPR beteiligt, der derzeit in Flamanville am Ärmelkanal entsteht. Für die nächsten fünf EPR, die Eléctricité de France (EDF) bauen wird, sicherte Enel sich seinerzeit die Option auf eine gleich hohe Beteiligung. Enel äußerte sich zu den Angaben der Diplomaten nicht.

Sarkozy gab Anfang des Monats bekannt, dass er über den Bau eines dritten EPR nachdenke - kurz nachdem er einen zweiten Europäischen Druckwasserreaktor am Ärmelkanal angekündigt hatte, der 2017 in Betrieb gehen soll. Der EPR wurde vom französischen Areva-Konzern und von Siemens entwickelt und soll leistungsfähiger und sicherer als frühere Atommeiler sein. Mit dem EPR will Frankreich - das drei Viertel seines Strom aus Kernkraftwerken bezieht - seinen Atompark aus den 80er Jahren erneuern. Der erste Reaktor der neuen Generation soll 2012 in Betrieb gehen.