CO2-Belastung

IPPNW: Atomkraftwerke können das Klima nicht retten

Aktuellen Untersuchungen zufolge emittiere die Atomenergie schon heute bis zu einem Drittel soviel CO2 wie Gaskraftwerke, erklärte die Ärzteorganisation IPPNW. Hintergrund soll der rückläufige Urangehalt im Erz sein: Ein steigender Energieaufwand führe zu immer höheren CO2-Emissionen.

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Berlin (ddp/sm) - Die Nutzung der Kernenergie wirkt sich nach Angaben der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW zunehmend klimaschädlich aus. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge emittiere die Atomenergie schon heute bis zu einem Drittel soviel CO2 wie Gaskraftwerke, erklärte die Organisation am Donnerstag in Berlin. Weil im Uranbergbau immer mehr fossile Energie eingesetzt werden müsse, werde die Kernkraft ab 2050 laut der Studie einer britischen Wissenschaftler-Gruppe ebenso klimaschädlich sein wie fossile Gaskraftwerke.

"Damit ist die Legende von der klimafreundlichen Atomenergie endgültig vorbei", bewertete die IPPNW-Vorsitzende Angelika Claußen die Ergebnisse der Studie. Selbst wenn die Kernkraft ihren geringen Beitrag von weniger als drei Prozent zur weltweiten Energieversorgung beibehalte, trage sie immer stärker zur CO2-Belastung der Erdatmosphäre bei. Atomkraftwerke könnten "das Klima nicht retten", fügte Claußen hinzu.

Hintergrund ist den Angaben zufolge der rückläufige Urangehalt im Erz. Je geringer der Urananteil des Erzes sei, desto mehr Material müsse mit hohem Energieaufwand verarbeitet werden, was zu immer höheren CO2-Emissionen führe.