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20.08.2010, 08:29 Uhr

Strom-News

Expansion

Internetkonzern freenet will den Energiemarkt erobern

Der durch Telefon- und Internetdienste bekannt gewordene Anbieter freenet versucht verstärkt in der Energiebranche Fuß zu fassen, so berichtet das "Handelsblatt". Der Mobilfunkanbieter sieht seine Vorteile im bereits ausgebautem Kundenbestand. Analysten zeigen sich skeptisch.

Hamburg (red) – Der Mobilfunkanbieter freenet will im Energiemarkt besser Fuß fassen. Als Stromvermittler arbeitete das Unternehmen bisher als Partner vorrangig von Billiganbietern größerer Konzerne. Wie das "Handelsblatt" berichtet, steht freenet bereits in Verhandlungen und sieht verschiedene Möglichkeiten, sich auf dem Markt als Stromanbieter zu behaupten. Vorstandschef Christoph Vilanek bemerkte dazu: "Wir müssen Produkte verkaufen, die möglichst nah an unserem bisherigen Geschäft liegen. Strom eignet sich besonders gut, weil der Markt erst vor kurzem liberalisiert wurde und die Leute bei einem Anbieterwechsel beraten werden wollen. Der Beratungsbedarf wird durch die Entwicklung von Smart Grids noch steigen."

Geschäft aus der Not

freenet, einer der größten hiesigen Mobilfunkanbieter, sehe seinen größten Vorteil in bereits bestehenden Kundenzahlen: "Wir haben Millionen Kunden und somit eine Vertriebsmacht, von der die Energieriesen nur träumen können," so Vilanek weiter. Mit 700 Filialen in Deutschland und rund 16 Millionen Mobilfunkkunden sei folglich das Fundament gelegt. freenet selbst besitzt kein eigenes Mobilfunknetz, mietet sich aber bei bestehenden ein. Ein ähnliches Modell plane der Vorstandschef auch als Stromanbieter. Der Geschäftsausbau sei in Anbetracht stetig sinkender Preise im Mobilfunkbereich und der zum Teil überflüssig gewordenen Shops aus einer Notlage entstanden, so der Bericht. Auch Experten seien überzeugt vom Ende der profitreichen Zeit dieser Mobilfunkmodelle, so dass andere Umsatzquellen dringend gesucht werden. Manche Analysten sind jedoch der Ansicht, dass Zusatzgeschäfte aus der Telefonbranche besser zu freenet passen als der Strommarkt.

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