"EU ist gefordert"

Internationaler Energieeffizienz-Workshop

Nationale und europäische Experten diskutierten in Berlin bei einem von Ecofys International und dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) veranstalteten Workshop über die Gestaltung und Evaluierung von Energieeffizienzprogrammen sowie die Umsetzung der EU-Energiedienstleistungsrichtlinie.

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Berlin (red) - Neben dem Erfahrungsaustausch und der Diskussion von Erfolgsfaktoren und Hemmnissen von Energieeffizienzprogrammen diente der Workshop der Vorstellung der von Ecofys in seinem EU - Forschungsprojekt AID-EE entwickelten Methodik zur Evaluierung und Gestaltung dieser Programme.

Das Projekt AID-EE hat sich mit dieser Thematik an Hand von 20 europäischen Fallstudien in verschiedenen Sektoren befasst, die nun in einer Reihe von Veranstaltungen in den europäischen Mitgliedstaaten präsentiert werden. Die Ergebnisse der Workshops werden in die Brüsseler Beratungen zur Umsetzung der Richtlinie für Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen einfließen. Die EU-Richtlinie sieht vor, dass die Mitgliedstaaten binnen neun Jahren ihren Endenergieverbrauch um insgesamt neun Prozent durch gezielte Maßnahmen verringern - und zwar gegenüber einem Verbrauchsniveau, das ansonsten ohne diese Maßnahmen eintreten würde. Dies setzt voraus, dass der Effekt der betreffenden Maßnahmen in ausreichender Annäherung quantitativ eingeschätzt werden kann.

Der Berliner Workshop enthielt zwei Schwerpunkte: Zum einen erörterten die Experten die möglichen Optionen bei der Umsetzung der EU-Energiedienstleistungsrichtlinie. Zum anderen befassten sich die Teilnehmer mit der Analyse der deutschen Fallbeispiele, d.h. dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW sowie dem Vor-Ort-Beratungsprogramm des BMWi, anhand der von Ecofys entwickelten AID-EE-Methodik.

Ressortvertreter von BMWi und dem Verbraucherschutzministerium, Vertreter des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie ausgewählter Experten von Forschungsinstituten erörterten den Stand und Perspektiven bzw. Potenziale der Programme. Die Diskussionen wurden abgerundet durch die Erfahrungsberichte eines im Vor-Ort-Programm des BMWi tätigen Gebäudeenergieberaters und Anmerkungen der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Zwischen den Teilnehmern herrschte nach Veranstalterangaben weitgehende Einigkeit, dass sowohl das CO2-Gebäudesanierungsprogramm wie auch das Vor-Ort-Beratungsprogramm gut etablierte Programme mit Modellcharakter sind. Die Diskussion von Kriterien zur Evaluation des Programmes zeigte, dass insbesondere im Rahmen der Energiedienstleistungsrichtlinie die Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Maßnahmen beachtet werden müssen, um die erzielten Energieeinsparungen wie von der Richtlinie gefordert eindeutig einem bestimmten Instrument zuordnen zu können. Hierfür seien jedoch weitere Vorgaben für die Abrechnungsmodalitäten auf europäischer Ebene erforderlich.

Die Experten und nicht zuletzt die EU-Kommission seien nun gefordert, zügig Regelungen zu finden, um die Bottom-up-Abrechnungsanforderungen der Richtlinie mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand für Staat, betroffene Unternehmen und Verbraucher zu klären und verbessern, so das Resümee.

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