In Stuttgart

Internationale Länderkommission Kerntechnik diskutiert Endlagerproblematik

"Die Erkundung des Salzstocks Gorleben muss rasch fortgesetzt und abgeschlossen werden", sagte der baden-württembergische Umwelt- und Verkehrsminister Ulrich Müller gestern anlässlich der 25. Sitzung der Internationalen Länderkommission Kerntechnik (ILK) in Stuttgart, die sich mit der Endlagerproblematik beschäftigte.

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Dabei sei es unabdingbar, eine umfassende Sicherheitsanalyse vorzunehmen sowie getrennte Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle einerseits und für hochradioaktive Abfälle andererseits vorzusehen. Parallel zu einem erforderlichen Langzeitsicherheitsnachweis sei eine überzeugende Öffentlichkeitsarbeit in der Region zu leisten und eine Infrastrukturförderung im Sinne eines angemessenen Lastenausgleiches anzustoßen. Der Minister wies darauf hin, dass er sich in dieser Einschätzung mit seinen Kollegen aus Bayern, Hessen und Niedersachsen einig sei. "Die von der Bundesregierung unterbrochene Erkundung des Salzstocks Gorleben und die stattdessen eingeleitete neue Suche nach einem Standort für ein Endlager für radioaktive Abfälle ist eine Verhinderungsstrategie auf Kosten nachfolgender Generationen und eine Verschwendung von Steuermitteln", erklärte Müller.

Die ILK befasst sich derzeit zudem intensiv mit Fragen der Motivation des Betriebspersonals und dessen innerer Einstellung gegenüber Sicherheitsfragen angesichts der Perspektivlosigkeit ihrer für beendet erklärten Technologie, angesichts des wegbrechenden Know-Hows und angesichts des mangelnden Nachwuchses und der damit zusammenhängenden Mangelsituationen und Frustrationen.

Die ILK war im Jahr 1999 als Reaktion auf die Neubesetzung der Reaktor-Sicherheitskommission des Bundes von den Ländern Baden-Württemberg, Bayern und Hessen ins Leben gerufen worden. Sie will die atomrechtlichen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden dieser Länder, in denen zwölf der 19 in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke in Deutschland betrieben werden, in übergeordneten Fragen der Sicherheit kerntechnischer Anlagen, der Entsorgung radioaktiver Abfälle sowie der Risikobewertung der Kernenergienutzung beraten.

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