In China

Internationale Konferenz beschließt weiteren Ausbau erneuerbarer Energien

Mehr als 1000 Teilnehmer aus über 100 Ländern nahmen zu Beginn der Woche an einer Konferenz zum Ausbau erneuerbarer Energien in China teil, darunter 30 Minister, Vertreter internationaler Organisationen, der Wissenschaft und der Industrie. Sie verabschiedeten die "Pekinger Erklärung".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Peking (red) - Mit der Verabschiedung der "Pekinger Erklärung" ging gestern die zweite weltweite Konferenz für erneuerbare Energien "Birec 2005" zu Ende. Umweltminister Jürgen Trittin, der an der Nachfolgekonferenz der "Renewables 2004" in China teilnahm, bezeichnete ihre Ergebnisse als "Meilenstein" für den weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien und den globalen Klimaschutz.

Von Peking gehe ein wichtiges Signal nach Montreal, wo Ende November der nächste Klimaschutzgipfel stattfindet, sagte Trittin bei seiner Rückkehr nach Berlin. "Peking hat gezeigt, dass erneuerbare Energien eine unmittelbar verfügbare Technologie zur Verringerung der Treibhausgasemissionen sind. Deshalb wird der Fortschritt beim weltweiten Ausbau der Erneuerbaren in Montreal ein wichtiges Thema sein."

Die "Pekinger Erklärung" fordert Regierungen, Wirtschaft und andere Akteure auf, ihre Anstrengungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Förderpolitik, Finanzierung und Entwicklung von Märkten national wie international zu verstärken. Mit der Ankündigung, bis zum Jahr 2020 seinen Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 15 Prozent zu steigern, erhöhte China zudem nochmals die geplanten Ausbauziele, die im letzten Jahr bei der "Renewables"-Konferenz in Bonn verkündet wurden. Die Umsetzung des Bonner Aktionsprogramms und der Pekinger Erklärung könnten den weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid bis 2015 um 1,2 Milliarden Tonnen pro Jahr senken.

In Peking wurde erstmals auch ein umfassender Überblick über den weltweiten Stand der erneuerbaren Energien vorgestellt. Daraus geht hervor, dass momentan knapp 17 Prozent des weltweiten Primärenergieverbrauchs aus regenerativen Quellen gedeckt wird. Weltweit werden 160 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, was einem Anteil von vier Prozent entspricht. Die Solarbranche verzeichnet dabei seit 2000 Zuwachsraten von 60 Prozent pro Jahr, die Windenergiebranche kann einen Zuwachs von 30 Prozent jährlich verbuchen.