Klima und Krisenregionen

Internationale Energieagentur befürchtet neue Ölpreisrekorde

Die Internationale Energieagentur (IEA) hält einem Zeitungsbericht zufolge in den kommenden Wochen neue Ölpreisrekorde für möglich. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) äußerte sich IEA-Chefökonom Fatih Birol zu möglichen Faktoren.

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Hamburg (ddp/sm) - "Wenn es zu großen Hurrikanen kommt oder die geopolitischen Risiken zunehmen, könnten wir noch höhere Preise als bisher sehen", befürchtet Birol. Für die derzeit hohen Preise gibt es nach Ansicht Birols drei Hauptgründe. Weltweit seien nicht genug Reservekapazitäten bei der Rohölproduktion vorhanden, bei den Raffineriekapazitäten sehe es ebenfalls eng aus und die globale Ölnachfrage steige weiter. Hinzu kämen die politischen Spannungen rund um wichtige Förderländer wie Iran, Nigeria, Venezuela und Irak, die "wie ein Dünger für die Kurse" seien.

Falls es in näherer Zukunft nicht zu nennenswerten Investitionen in die Erdölproduktion und -verarbeitung kommt, erwartet die IEA dem Bericht zufolge noch höhere Preise. Einen signifikanten Kursrutsch wie nach der zweiten Ölkrise Anfang der 1980er Jahre, werde es keinesfalls geben, sagte Birol. Damals sei es, anders als heute, möglich gewesen, Erdöl in einigen Bereichen durch andere Energieträger zu ersetzen. In den vergangenen sechs Jahren seien 90 Prozent des zusätzlichen Konsums der OECD-Staaten aus dem Transportsektor gekommen. "Da gibt es wenig Substitute zum Öl", sagte Birol.

In der IEA haben sich 26 westliche Verbraucherstaaten zur Sicherung ihrer Energieversorgung zusammengeschlossen.

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